Bauarbeiten gehen nur langsam voran

RTL-Umzug verzögert sicher erneut

Der mehrfach verschobene Umzug der Mediengruppe RTL Deutschland nach Köln-Deutz mit rund 2.000 Beschäftigten verzögert sich wegen schleppender Bauarbeiten erneut. Der Umzug werde erst im Jahr 2010 starten können, sagte Unternehmenssprecher Christian Körner der dpa am 29. Juli in Köln und bestätigte damit Medienberichte.

Ursprünglich war der Umzug der Mediengruppe von mehreren Kölner Standorten aus unter das einheitliche Dach der neuen Deutzer Rheinhallen für das Frühjahr 2008 vorgesehen. Die Mitarbeiter erfuhren jetzt, dass der verschobene Umzugsstart ab September 2009 ebenfalls nicht zu halten sei. Das Maß der Verzögerungen nannte RTL "inakzeptabel". Generalbau-Unternehmer Hochtief sei zur Zahlung einer Vertragsstrafe verpflichtet. Feste Zusagen und Termine seien mehrfach nicht eingehalten worden, das Vertrauen in die "Ankündigungspolitik" von Hochtief sinke, hieß es in einer Information an die Mitarbeiter.

Zahlreiche Probleme

Dem Essener Konzern wirft RTL vor, immer wieder Zusagen nicht einzuhalten. Einzelne Bereiche seien zwar weit fortgeschritten. Nicht gewährleistet seien aber etwa Stromversorgung, Sicherheitstechnik, die Fertigstellung von Technikräumen, störungsfreier Produktionsbetrieb oder Brandschutz. Die angestrebten Vorteile des gemeinsamen Sendezentrums in Deutz können damit wohl erst mit zweijähriger Verspätung genutzt werden.

Hochtief als Vertragspartner hat die Verzögerungen mehreren Zeitungsberichten zufolge eingeräumt und bedauert. Als Gründe nannte ein Konzern-Sprecher Probleme bei Inbetriebnahme und Koordination der Haustechnik. Hochtief ist laut RTL seit April 2008 zu einer Vertragsstrafe wegen der Verzögerungen verpflichtet. Die Sendergruppe will sich zudem "weitergehenden Schadenersatz" vorbehalten. Zur RTL-Senderfamilie gehören unter anderem RTL, Vox, Super RTL und n-tv. In Deutschland beschäftigt die Mediengruppe rund 2.500 Mitarbeiter, davon etwa 2.000 am Kölner Standort.