Opel_rot

Nur noch Magna und RHJI im Opel-Rennen

Der chinesische Investor BAIC ist aus dem Bieterrennen um Opel ausgeschieden. Der Verhandlungsführer des US-Konzerns General Motors, John Smith, erklärte, die weiteren Verhandlungen zur Zukunft von Opel würden nun nur noch mit dem Zulieferer Magna und dem Finanzinvestor RHJ geführt. Dies sei mit der Opel Task Force von Bund und Ländern sowie der Opel Treuhand vereinbart worden.

Die Chinesen hatten versucht zu punkten, indem sie mehr Eigenkapital als alle Mitbewerber bei Opel einbringen wollten. Zudem hatten sie angeboten, mit lediglich rund 2,6 Milliarden Euro Staatshilfe auszukommen. Der chinesische Autobauer war aber von der deutschen Politik als ungeeigneter Partner eingestuft worden, zum einen wegen seiner geringen Größe, zum anderen weil BAIC offenbar nicht die Unterstützung der Pekinger Regierung hatte.

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering sagte, dass nach seiner Einschätzung in zwei bis drei Wochen die endgültige Entscheidung bei GM für den Bieter Magna fallen werde. Ein Zuschlag für RHJ sei unwahrscheinlich, weil dies die Bundesländer mit Opel-Standorten nicht akzeptieren würden, sagte er.

Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel und die Regierungen der vier "Opel-Länder" hatten sich gleichermaßen für das kanadische Unternehmen Magna als künftigen Eigner ausgesprochen. In einem vierstündigen Spitzengespräch der Bundesregierung und der Länder mit General Motors im Berliner Kanzleramt wollte sich der US-Konzern jedoch noch nicht auf einen Favoriten festlegen.

Die IG Metall spracht sich klar gegen den Finanzinvestor RHJ als Käufer von Opel aus. Man sei weiter bereit, sich an einem zukunftsfähigen Konzept zu beteiligen, erklärte der Vorsitzende Berthold Huber. "Für kurzfristige Shareholder-Interessen wie von RHJ steht die IG Metall aber nicht zur Verfügung."

Der Magna-Sanierungsplan für Opel fällt härter aus als erwartet, berichtet das Magazin "Format" vorab. Neben dem Abbau von 10.560 Arbeitsplätzen will Magna demnach Maßnahmen bei Urlaubs-und Weihnachtsgeldern sowie Gehaltskürzungen durchsetzen - und so weitere 264 Mio. Euro einsparen. Aussagen über Kurzarbeit betreffen auch das Werk in Aspern. Dort würden "nur" Leiharbeiter die kürzeren Arbeitszeiten zu spüren bekommen.