Jetzt fix: René Benko rettet Kika/Leiner

Grünes Licht für Übernahme

Jetzt fix: René Benko rettet Kika/Leiner

Wien/St. Pölten. Aufatmen für die 5.000 Mitarbeiter des Möbelriesen Kika/Leiner: Immo-Tycoon René Benko rettet die Möbel-Kette, die sonst schon heute in die Insolvenz geschlittert wäre.

Der Übernahme ging ein wahrer Krimi voraus. Bereits letzte Woche hatte sich Bundeskanzler Sebastian Kurz persönlich bei Benko gemeldet und sich für die Rettung des Möbel-Händlers und eine „österreichische Lösung“ eingesetzt.

Seitdem wurde Tag und Nacht mit dem Kika/Leiner-Eigentümer, der südafrikanischen Steinhoff-Gruppe, verhandelt. Drei Interessenten soll es zuletzt für Kika/Leiner gegeben haben: neben Benkos Signa auch den Möbelriesen XXXLutz und einen reinen Immobilien-Investor.

Signa zahlt 450 Millionen, 100 Millionen Finanzspritze

Deal durch. Gestern stand es dann Spitz auf Knopf. Die Signa-Gruppe hatte ein Angebot in Höhe von 450 Millionen Euro für die Übernahme von Kika/Leiner gelegt. Dieses beinhaltete sowohl die Immobilien der Kette (mit dieser Summe stehen die Häuser in den Büchern) als auch das operative Geschäft. Benko hat sein Angebot mit einem gestern auslaufenden Ultimatum versehen. Aber die Gläubiger legten sich vorerst quer. Um kurz nach 20 Uhr dann der Durchbruch: Kika/Leiner ist gerettet, der Deal ist unterschrieben! „In letzter Sekunde“, wie ein Verhandlungs-Insider gegenüber ÖSTERREICH bestätigte.

Unternehmen jetzt schuldenfrei. Die Signa-Gruppe zahlt 450 Millionen Euro für Kika/Leiner. Weitere 100 Millionen Euro werden als Finanzspritze in das operative Geschäft investiert. Der Coup des Deals: Benko übernimmt Kika/Leiner schuldenfrei!

Benko will mit Kika/Leiner Online-Handel aufmischen

Offensive. Benko will mit Kika/Leiner jetzt in die Offensive gehen. „Ein Schwerpunkt wird künftig vor allem der Online-Handel, da ist die Signa-Gruppe schon jetzt sehr stark“, so ein Insider gegenüber 
ÖSTERREICH. Auch die 5.000 Jobs sollen erhalten bleiben.
 
APAMöbelkette-kika-Leiner-i.jpg © APA

Möbelkette seit 10 Tagen auf der Suche nach finanziellen Ausweg

Nachdem der Kreditversicherer Euler Hermes Warenlieferungen an Kika/Leiner nicht mehr abzusichern bereit war und die Urlaubsgelder Ende Juni fällig werden, war die Möbelkette seit zehn Tagen auf der Suche nach einem finanziellen Ausweg.
 
Donnerstagmittag gab es erste Medienberichte, dass Signa bei der österreichischen Möbelkette einsteigt. Am Donnerstagabend kam dann die offizielle Bestätigung: Die Kika/Leiner-Konzernmutter Steinhoff Europe hat das Angebot der Signa-Gruppe zum Kauf des Möbelhändlers angenommen. In den nächsten Tagen würden "alle Verträge abgestimmt und fixiert", teilte Kika/Leiner-Geschäftsführer Gunnar George in einer Aussendung mit. Eine Aussendung von Steinhoff und der Signa Gruppe zum Kauf gab es vorerst nicht.

Die Arbeitsplätze sind gesichert

Laut Unternehmensangaben sind die Arbeitsplätze in den 46 Kika/Leiner-Filialen in Österreich gesichert. "Die kapitalstarke Signa hat mit der erfolgreichen Sanierung von Karstadt die langfristige Sicherung von Arbeitsplätze bewiesen und wird den Restrukturierungsprozess, den wir Anfang des Jahres begonnen haben, als Garant weiter unterstützen", so George.
 
Die Kika/Leiner-Eigentümerfamilie Koch verkaufte im Jahr 2013 die Möbelkette laut damaligen Medienberichten um mehr als 500 Mio. Euro an Steinhoff. Der Konzern hat nach eigenen Angaben rund 130.000 Mitarbeiter in mehr als 30 Ländern. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Kika/Leiner nach eigenen Angaben eine schwarze Null, der Umsatz in Österreich lag bei etwa 800 Mio. Euro. Im osteuropäischen Raum wurden Erlöse in Höhe von 200 Mio. Euro verbucht.

Kanzler setzte sich für die Rettung ein

Vergangene Woche meldete sich Bundeskanzler Sebastian Kurz persönlich bei Immobilien-Unternehmer René Benko. Inhalt des Gesprächs: Die Möbel-Kette Kika
Leiner müsse vor der Insolvenz bewahrt und 5.000 Arbeitsplätze sollen gerettet werden.
 
„Österreichische Lösung.“ Der Kanzler plädierte für eine „österreichische Lösung“, wollte verhindern, dass die Immobilien von der südafrikanischen Steinhoff-Gruppe herausgelöst werden und die Möbel-Kette in die Insolvenz geschickt wird.
 
Dann ging alles ganz schnell: René Benko legte mit seiner Signa-Gruppe ein Angebot in Höhe von 450 Millionen Euro für Kika
Leiner – gestern Abend war der Coup dann perfekt.

Milliarden-Star Benko: Sein Geld, seine Immos

Was er anfasst, wird zu Gold: René Benkos Karriere ist eine unglaubliche Geschichte – mit 17 baute er Dachböden in Innsbruck aus, heute hat er mit 41 Jahren geschätzte 3,7 Milliarden Euro auf der Bank und ist unter den Top 10 der Superreichen in Österreich. Benko kauft mit seiner Signa-Immo-Gruppe, an der etwa auch Niki Lauda beteiligt ist, am liebsten die besten Häuser in den besten Lagen. Ihm gehören etwa Österreichs teuerste Einkaufsmeile, das Goldene Quartier in der Wiener City, oder die deutschen Karstadt-Kaufhäuser mit dem Berliner Kult-Shopping-Tempel KaDeWe. Der letzte Coup des Immo-Tycoons: Er mischt über sein Online-Imperium (u. a. Outfitter) gerade den Modehandel kräftig auf.
 
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