Boltz bleibt bei seiner Linie

Boltz verteidigt Netz-Gebühren für Pump-Kraftwerke

Der Regulator hat neuerlich die Stromnetz-Gebühren verteidigt, die seit Anfang 2009 auch von den Pumpspeichern bezahlt werden müssen.

"Es gibt eine Fülle neuer Kraftwerksprojekte, was natürlich eine hohe Kostenbelastung für die Netzbetreiber darstellt", sagte Boltz bei der 13. Handelsblatt Jahrestagung "Energiewirtschaft Österreich 2009" in Wien.

Die neuen Kraftwerke würden den Netzbetreibern nicht nur Investitionskosten verursachen, sondern auch laufende Kosten durch Netzverluste, argumentierte Boltz. Es stelle sich daher die Frage, ob es auf Dauer fair sei, dass Pumpspeicher-Kraftwerke keinen Beitrag zahlen, obwohl der Netzausbau es möglich macht, dass sie höhere Leistungen erbringen.

Boltz sieht auch keine Gefahr, dass die Investitionsbereitschaft in Pumpspeicherkraftwerke wegen der neuen Tarife zurückgehen könnte. Die Spreads - also der Unterschied zwischen dem billigen Strom, den die Kraftwerke zukaufen, und jenem, den sie teuer verkaufen - würden künftig wohl eher steigen als sinken. "Die Profitabilität ist für die nächsten 15, 20 Jahre mit hoher Sicherheit anzunehmen. In Deutschland würden die Pumpkraftwerke den ganz normalen Netztarif bezahlen, laut einer deutschen Gerichtsentscheidung sei das "eine Stromentnahme wie jede andere, was mit dem entnommenen Strom passiert, ist egal".

E-Wirtschaft widerspricht

Herbert Schröfelbauer, Sprecher der Sparte Erzeugung im Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreich und Vorstandsvorsitzender der Verbund-Austrian Hydro Power (AHP), warf Boltz vor, verschwiegen zu haben, dass in Deutschland neue Pumpspeicherkraftwerke für 10 Jahre von der Entrichtung von Netznutzungsgebühren befreit seien.

Das wiederum sei gut nachvollziehbar, konterte Boltz - immerhin forciere Deutschland massiv den Ausbau von Windkraft und brauche daher mehr Pumpspeicherkraftwerke, um Erzeugungsspitzen auszugleichen. Österreich hingegen habe weit mehr Pumpkraftwerke als es brauche. "Daher gibt es keinen Grund, warum der österreichische Kunde die Errichtung neuer Pumpkraftwerke fördern sollte."

Diese Argumentation lässt man beim VEÖ nicht gelten. "Wir haben in Österreich tausende Megawatt an Leistung aus deutscher Windkraft", sagte VEÖ-Sprecher Ernst Brandstetter. "Der Strom in Tirol und in Vorarlberg ist nur darum der billigste, weil wir Stromtauschverträge mit Deutschland haben." Die Kraftwerke dort würden gut damit verdienen, teuren Spitzen- und Regelstrom nach Deutschland zu liefern - nur dadurch sei es ihnen möglich, die Haushalte mit billigem Strom zu versorgen.