Rom will sich an AKW-Bau in der Türkei beteiligen

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Italien will sich am Bau eines Atomkraftwerks in der Türkei beteiligen. "Das Protokoll für das Atomkraftwerk haben schon Ankara und Moskau verfasst. Wir sind am Know-how interessiert. Wir haben gebeten, ob wir über die Gesellschaften Eni und Enel mit einer 10- bzw. 20-prozentigen Beteiligung am Projekt teilnehmen können", sagte der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi im Gespräch mit der Mailänder Tageszeitung "Il Giornale".

"Wir müssen uns an Frankreich ein Beispiel nehmen, das 80 Prozent seines Energiebedarfs aus Atomkraftwerken gewinnt. Wir stehen vor einer großen Herausforderung im Bereich Energie, Sicherheit und Stabilität", meinte Berlusconi.

Der italienische Ministerpräsident hat sich am Donnerstag (6. August) in Ankara an der Zeremonie zur Unterzeichnung des türkisch-russischen Abkommens für die Pipeline South Stream beteiligt. Am Projekt beteiligt sich auch die italienische Erdölgesellschaft Eni als Partner des russischen Giganten Gazprom.

Berlusconi und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatten im Februar ein Abkommen zur Kooperation im Atombereich unterzeichnet. Italien ist eines der wenigen Länder, das der Atomkraft abgeschworen hatte. 1987, ein Jahr nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl, stoppten die Italiener in einer Volksabstimmung die Nuklearenergie im eigenen Land. Drei Atomkraftwerke mussten abgeschaltet werden, ein viertes ging nicht mehr ans Netz.

Doch seit langem schon drängt die italienische Atomlobby zum Bau neuer Atomkraftwerke. Berlusconi will jetzt dem Referendum von 1987 zum Trotz das Atomkraft-Tabu brechen und bis Ende der Legislaturperiode im Jahr 2013 mit dem Bau eines Atomkraftwerks in Italien beginnen.

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