Reinigungsbranche besonders betroffen

Beruflich bedingte Hautkrankheiten sind vermeidbar

Putzmittel, Handschuhe und Desinfektionsmittel: Das sind die häufigsten Gründe, weshalb besonders bei Putzkräften Hautkrankheiten am Vormarsch sind. Bei der Präsentation des neuen Projektes "Gesunde Haut in der Reinigung" der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) im Wiener Lorenz Böhler Krankenhaus wird auf die Dringlichkeit dieser Erkrankung hingewiesen. Oft würde zu viel Zeit vergehen bis zum ersten Arztbesuch.

Bei richtiger und zeitgerechter Behandlung sind Ekzeme gut behandelbar. Doch ein viel zu geringes Gefahrenbewusstsein und grobe Informationsmängel führen dazu, dass sich viele leichte Infektionen zu Berufskrankheiten ausweiten. "Jede dritte gemeldete Hauterkrankung von Reinigungskräften führt zur Arbeitsunfähigkeit, aber die Dunkelziffer ist noch viel höher, denn viele gehen gar nicht erst zum Arzt", erklärte Wolfgang Glaser von der AUVA.

Bei der 2009 gestarteten Kampagne werden Reinigungskräfte in ihren Betrieben geschult. Neben grundlegenden Informationen und Praxistipps für den richtigen Hautschutz gibt es ein Starterpaket von dermatologischen Pflegeprodukten. Weiters wird bei jedem Angestellten der Hautstatus erhoben und zwei Monate später wieder untersucht. Bei der Statistik der Berufskrankheiten führen seit Jahren Hauterkrankungen und Lärmschwerhörigkeit die Liste an. Insgesamt gibt es in Österreich rund 5.000 Betriebe mit 50.000 Arbeitnehmern in der Reinigungsbranche.