Jetzt wird's ernst

Heiße Phase für "den Deal" von AUA und Lufthansa

Nach einem Gipfelgespräch zwischen EU-Wettbewerbskommissarin Kroes und Lufthansa-Chef Mayrhuber, das nicht den erhofften Durchbruch brachte, hält das Tauziehen um eine Freigabe der AUA-Übernahme an. Verhandelt wird weiter auf Hochtouren, heißt es. Der Prozess sei jetzt in der heißen Phase. Alles wartet auf Nachricht aus Brüssel in den nächsten Tagen. Die AUA wird aber weiter schrumpfen müssen.

Die Lufthansa ist mit den jüngsten Zukäufen und vor der geplanten Übernahme der angeschlagenen Austrian Airlines dabei, größte Airline Europas zu werden. In den vergangenen Wochen und Monaten bekam sie das Okay zur Übernahme der belgischen Airline Brussels und zur Aufstockung bei bmi, außerdem stieg sie bei der US-Billigairline Jet Blue ein.

Vorausgesetzt, die AUA-Übernahme geht durch, halst sich die deutsche Fluggesellschaft zunächst einmal einen weiteren Verlustbringer auf, der umfangreich zu sanieren ist. Schon in einem ÖIAG-Bericht von Anfang 2009 an den Rechnungshof-Unterausschuss war errechnet worden, dass die AUA-Sanierung die Deutschen mehr als 1 Mrd. Euro kosten würde - der 500-Millionen-Euro-Zuschuss der Republik Österreich zur Entlastung der AUA von Fremdkapital (Entschuldung) würde dabei nur den kleineren Teil ausmachen. Die verschärfte Airlinekrise hat die Sanierung nicht billiger gemacht, meinten informierte Kreise zur APA.

Bezüglich des Zuschusses gibt es ein zweites laufendes EU-Verfahren (Beihilfeverfahren). Laut "Kurier" will der zuständige EU-Kommissar Tajani von der AUA eine weitere Reduktion von Passagier-Kapazitäten. Die AUA wolle zustimmen, um den Deal nicht zu gefährden. Die AUA wende zwar ein, dass sie seit 2006 die Kapazität um 20 Prozent reduziert habe. Die EU-Kommission wolle aber eine weitere Reduktion, was bedeuten würde, dass zusätzliche Flieger aus dem Netz genommen werden, weniger Flüge stattfinden oder kleinere Maschinen verwendet werden.