AUA-Lufthansa-Deal weiter offen

Russland zweifelt an der Nationalität der AUA

Russland zweifelt daran, dass die AUA nach der Übernahme durch die Lufthansa noch eine österreichische Fluglinie ist und droht, das bilaterale Luftverkehrsabkommen zu kündigen. Dann könnten die AUA, aber auch Niki Laudas Billigairline Flyniki, ihre Landerechte in Russland verlieren, schreibt der "Kurier".

Russland akzeptiere die Stiftungskonstruktion nicht, mit der trotz Übernahme durch eine deutsche Gesellschaft die AUA "österreichisch" bleiben sollte. "Erst recht nicht, seit die Lufthansa die AUA in ihrer Bilanz für die ersten drei Quartale 2009 als voll konsolidiert im Konzern ausweist", so der "Kurier". 51 % der AUA gehören seit dem Verkauf an die Lufthansa der ÖLP-Stiftung, in deren Vorstand auch zwei Vertreter Österreichs sitzen. Begünstiger ist die Association of European Airlines (AEA) in Brüssel.

Der Druck auf die AUA beziehungsweise die Lufthansa dürfte von der russischen Airline Aeroflot kommen, heißt es im "Kurier", die von Lufthansa in die Defensive gedrängt werde und außerdem in Österreich, speziell in Innsbruck, mehr Landerechte will. Das Verkehrsministerium verhandle nun mit Russland.

Sollte das Luftverkehrsabkommen mit Russland kippen, dann könnte auch Lauda seine Landerechte verlieren. Sollte er als "einzige österreichische Airline" nicht mehr fliegen dürfen, dann werde er Schadensersatz fordern, wird Lauda zitiert. Lauda will derzeit seine Flüge nach Moskau aufstocken und insbesondere nach St. Petersburg fliegen. Laut "Kurier" hat auch die Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss eine Anfrage aus Moskau über ihre Eigentumsverhältnisse erhalten.