Österreicher sparen weniger

Österreicher bremsten 2009 beim Vermögensaufbau

Die Österreicher verwendeten im Krisenjahr 2009 von ihrem verfügbaren Einkommen weniger für die Ersparnisbildung und mehr für den Konsum. Der Vermögensaufbau fiel daher geringer aus, so die Oesterreichische Nationalbank (OeNB). Gleichzeitig machten die Österreicher auch deutlich weniger Schulden.

Das gesamte Finanzvermögen der heimischen Privatanleger betrug zu Jahresende 2009 rund 440 Mrd. Euro, ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber Dezember 2008. Pro Person waren dies durchschnittlich 53.200 Euro. Die Sparquote sank auf 11 Prozent, nach 12 Prozent 2008. Der Vermögensaufbau war im Vorjahr mit 14,1 Mrd. Euro um 5,1 Mrd. Euro geringer als 2008.

An Krediten aufgenommen wurden 1,1 Mrd. Euro, das sind um 2 Mrd. Euro weniger als 2008. Insgesamt betrugen die Schulden der privaten Haushalte im Vorjahr unverändert 146 Mrd. Euro. Die Rücknahme der Zinsen im Neugeschäft sowie die Normalisierung der Richtlinien für die Kreditvergabe der Banken zeigten nur wenige Impulse, so die Nationalbank. Wenn sich private Haushalte verschuldeten, dann in erster Linie mit Wohnbaukrediten, die um 1,5 Mrd. Euro stiegen.

Das Nettovermögen (Finanzvermögen minus Schulden) lag mit 293,8 Mrd. Euro um knapp 7,8 Prozent über dem Wert von Ende 2008 mit 272,8 Mrd. Euro. Pro Person lag die durchschnittliche Verschuldung bei 17.700 Euro, das Nettovermögen bei rund 35.600 Euro.

Bei der Geldveranlagung gab es großes Interesse an täglich fälligen Einlagen inländischer Banken. Zweitwichtigste Veranlagungsform waren Versicherungen und Pensionskassen. Wertpapierbesitzer profitierten von den wieder gestiegenen Kursen, die Werte vor Ausbruch der Finanzkrise sind aber noch nicht erreicht.

Eine Rangliste der beliebtesten Sparformen hat auch das Marktforschungsinstitut GfK in einer aktuellen Umfrage erhoben: Sparbuch (49 Prozent), Bausparvertrag (47 Prozent), Eigentumswohnung/Haus (27 Prozent), Grundstücke (24 Prozent), Lebensversicherung (19 Prozent) und Pensionsvorsorge mit staatlicher Prämie (15 Prozent).