Die Bauern fordern eine europaweite Umlage

Proteste der Milchbauern wegen Preispolitik

Mit Kundgebungen in Salzburg, Oberösterreich und der Steiermark hat die IG-Milch am Mittwoch erneut gegen den "unfairen Milchpreis" protestiert. 60 Traktoren blockierten am Vormittag jeweils einen Fahrstreifen der Einfahrten zum Kreisverkehr Bergheim-Lengfelden (B156) im Salzburger Flachgau. Rund 150 Bauern verteilten frische Kuhmilch an die Autofahrer, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen.

Ihren Frust gaben die Milchbauern auf Transparenten kund: "Agrarpolitiker sind wie die Al Kaida - hinterhältig, zerstörend und nicht auffindbar", "Politik ohne Hausverstand ruiniert den Bauernstand" und "eine flexible Mengenregulierung für faire Milchpreise" stand da geschrieben.

"Der Frust der Bauern sitzt tief", sagte Organistor Engelbert Neubauer von der IG-Milch zur APA. IG-Milch fordert eine europaweite Umlage, die von den Bauern finanziert werde und somit kein Steuergeld koste. Aus dieser Umlage "erhalten dann die Bauern für eine nicht gelieferte Milchmenge Ausgleichszahlungen". Die Kundgebung verlief laut Polizei ruhig. Es bildete sich zwischenzeitlich ein Rückstau von maximal drei Kilometern, und zwar in Richtung Elixhausen.

Am Freitagnachmittag empfängt Bundeskanzler Faymann Vertreter der IG-Milch. Im Gegenzug will die IG-Milch die für das Wochenende geplanten "Aktionen wie Straßensperren, Mahnfeuer, Protestkundgebungen aussetzen, der Aufruf zum Milchlieferstopp bleibe aber aufrecht.