Personenverkehr konnte stabil gehalten werden

Sondereffekte bescherten ÖBB 2009 Plus

Nach einer tiefroten Bilanz 2008 haben die Österreichischen Bundesbahnen 2009 aufgrund hoher Sondereffekte ein positives Konzernergebnis (EBT) von 120,8 Mio. Euro (-969,9 Mio. 2008) erzielt. Bereinigt hätte die Staatsbahn rund 40 Mio. Euro Verlust gemacht. Die Güteverkehrssparte Rail Cargo Austria (RCA) fährt in den roten Zahlen und leidet an massivem Eigenkapitalschwund.

Das Konzernbetriebsergebnis (EBIT) der ÖBB wuchs 2009 auf 313,6 (51,2) Mio. Euro. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 4,828 Mrd. Euro zurück, die Gesamterträge verringerten sich um 1,4 Prozent auf 5,748 Mrd. Euro. Das Finanzergebnis belief sich auf minus 192,8 Mio. nach minus 1,021 Mrd. Euro, die EBIT-Marge verbesserte sich auf 5,5 (0,1) Prozent. Heuer erwartet Finanzvorstand Halbmayr erneut ein negatives EBT von rund 60 Mio. Euro.

Das Ergebnis ist für den scheidenden Bahn-Boss Klugar zwar "achtbar", aber "kein Grund zur Euphorie". Zu Verdanken haben die ÖBB die schwarzen Zahlen hauptsächlich den US-Bilanzierungsregeln. Gemäß IFRS müssen die Effekte auf die Jahre aufgeteilt werden, in denen sie angefallen sind, erläuterte Halbmayr. Die Auflösung der Rückstellung für das umstrittene Spekulationsgeschäft mit der Deutschen Bank über insgesamt 612,9 Mio. Euro wirkte sich in der Bilanz 2009 mit 306,9 Mio. Euro positiv aus.

Dieser Effekt wurde aber durch neue Vorsorgen für Pflegegeld (108,0 Mio. Euro), Freifahrten (163,7 Mio.), Pensionsabrechnung (47,6 Mio.) sowie Gemeinwirtschaftliche Leistungen (33,8 Mio.) vermindert, von denen in der Bilanz 2009 145,0 Mio. Euro rückgestellt wurden. Es blieb also im Vorjahr nur ein positiver Sondereffekt von 161,9 Mio. Euro.

Ohne Rail Cargo Hungaria und sonstige Unternehmensveränderungen verringerte sich die Zahl der "aktiven Mitarbeiter" laut Geschäftsbericht von 40.841 auf 39.879. Auch heuer soll die Personalreduktion weitergehen - "maximal in der Höhe von 2009", kündigte Klugar an.

Während die ÖBB-Personenverkehr positiv bilanzierten, musste die Güterverkehrstochter der Bahn, RCA, krisenbedingt massive Einbußen hinnehmen. Die Gesamterträge sind bereinigt um die ungarische Rail Cargo Hungaria um 518 Mio. Euro auf 2,029 Mrd. Euro eingebrochen.