Georg Pommer

Betrügerische Krida?

Staatsanwalt ermittelt gegen "Robin Hood"

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Die private steirische Regionalfluglinie Robin Hood dürfte in finanziellen Schwierigkeiten sein. Gegen den Firmengründer der steirischen Airline, Georg Pommer, laufen zudem Ermittlungen wegen betrügerischer Krida.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Hansjörg Bacher, bestätigte am Sonntag (14. Februar) gegenüber der APA einen diesbezüglichen Bericht im aktuellen Nachrichtenmagazin "profil". Pommer selbst bezeichnete die Vorwürfe als "haltlos" und kontert mit der Ausweitung des Streckennetzes.

Erst Anfang Februar hatte Georg Pommer im Zuge der AUA-Forderungen nach regionalen Subventionen vom Land verlangt, dass Robin Hood in diese Verhandlungen einbezogen werden. Der Airline-Gründer hatte der AUA vorgeworfen, durch niedrige Preise einen "Vernichtungsfeldzug" gegen das steirische Regionalflugunternehmen zu führen. Die Vorwürfe wurden von der AUA zurückgewiesen. Mittlerweile soll es bei Robin Hood laut "profil" zu Problemen bei der Gehaltsauszahlung und den Flughafengebühren gekommen sein.

Unabhängig davon ist bei der Fluglinie eine Ausweitung des Streckennetzes geplant. Ab 1. März gibt es von Montag bis Donnerstag die Verbindung Linz - Zürich, ab 12. April wird auch ein Flug von Zürich nach Linz am Freitag angeboten. Ab 19. April kann man auch die Strecke Linz - Stuttgart fliegen. Das Angebot Graz - Zürich, dessen Reduzierung Pommer noch Anfang Februar angekündigt hatte, wird im April noch ausgebaut und um einen Freitag-Flug erweitert.

Geschäftsführer wehrt sich gegen Vorwürfe

Geschäftsführer und Miteigentümer Pommer, wehrte sich gegen "böswillige Unterstellungen und Anschuldigungen". Die Ergebnisse des 4. Quartals 2009 seien gut gewesen, die Eigentümer stünden hinter ihm und bei den vom Nachrichtenmagazin "profil" (Montag-Ausgabe) genannten elf arbeitsrechtlichen Fällen früherer Mitarbeiter handle es sich zum Teil um solche, die die Firma "wegen gravierender Verfehlungen verlassen mussten". Zur Ertragslage und Ergebnissen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) der Jahre 2008 und 2009 wollte Pommer keine Zahlen nennen. Der Personalstand wurde zuletzt redimensioniert.

Jeder einzelnen dieser elf Fälle müsse von den dafür zuständigen Institutionen behandelt werden, so Pommer. Auch ein Dienstgeber habe Rechte und er habe "ein reines Gewissen". Bei den "Verfehlungen handelt es sich um solche extremster Form, zum Teil auch Diebstahl und in Betrugsabsicht vorgenommene Zeiterfassungsvergehen". Hier habe man zum Schutz des Unternehmens handeln müssen.

Die elf bei der steirischen Arbeiterkammer vorliegenden Fälle sind laut AK sehr unterschiedlich gelagert, wie berechtigte vorzeitige Austritte oder auch Kündigungen durch den Dienstnehmer, dem Vernehmen nach geht es um ein bis zwei ausständige Monatsgehälter bzw. Sonderzahlungen bzw. um Forderungen und Gegenforderungen. Eine Häufung der bei der AK eingelangten Fälle lässt sich mit November festmachen - zu einem Zeitpunkt, als Robin Hood das beste Auslastungsergebnis bei Flügen mit über 50 % und somit auch die beste Ergebnislage bisher meldete.

Das derzeit laufende Quartal sei bei der Auslastung der Jahreszeit gemäß aufkommensschwach, so Pommer auf Anfrage. Allerdings liege man hier in Auslastung und Ergebnis über dem Vorjahresvergleichszeitraum. Was die kommende Buchungslage angehe, so ließen sich in diesen für die Luftfahrt schwierigen Zeiten keine Voraussagen treffen.

Die Vorlaufzeiten bei Buchungen hätten sich sehr verkürzt, ging man früher von 4 bis 6 Wochen aus, so seien es nun zehn bis 14 Tage, so Pommer. Die Airline konzentriere sich auf die Produktausweitung mit neuen Flügen im Frühjahr von Linz nach Zürich bzw. Stuttgart. Man gehe davon aus, dass sich die guten Ergebnisse des vierten Quartals "auch in das Gesamtjahr 2010 mitnehmen lassen".

Beim Personalstand habe man zuletzt redimensioniert, so Pommer. Mit 1. März 2010 werde man 26 Mitarbeiter haben, zum Vergleichszeitpunkt des Vorjahres seien es 35 gewesen. Der Abgang lag quer durch alle Arbeitsbereiche. Pommer weist darauf hin, dass man für eine Regionalfluggesellschaft "nicht nur gut, sondern zum Teil auch über dem Branchenschnitt" bezahle.

Gesellschafter der Robin Hood Aviation sind neben Pommer - er hält laut Firmenkompass 17,97 % - die ADITZ-Privatstiftung mit 27,34 und die GIR-Privatstiftung mit 54,68 %.

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