Es geht wieder aufwärts

Deutsche Stahlproduktion im Aufschwung

In der krisengeschüttelten deutschen Stahlindustrie mehren sich die Zeichen für eine Stabilisierung der Lage. Die Rohstahlproduktion in Deutschland und anderen großen Herstellerstaaten stieg nach den vorgelegten Zahlen des Weltstahlverbandes im Juli auf den höchsten Stand in einem Monat seit Jahresbeginn.

Die Unternehmen in Deutschland mit ihren Branchenführern ThyssenKrupp und Salzgitter produzierten 2,7 Mio. t. Dies war zwar ein Rückgang um 28 Prozent gegenüber Juli 2008. Im Juni waren es aber nur 2,5 Mio. t gewesen - ein Rückgang zum Vorjahresmonat um 41 Prozent.

Im Juli hätten fast alle großen Herstellerstaaten, darunter Japan, Russland und die USA, die höchsten Produktionszahlen in einem Monat seit Jahresbeginn erzielt, teilte der Verband mit. In China - dem mit Abstand größten Produzenten der Branche - laufen die Öfen auf Hochtouren.

Mit einer Produktion von 50,7 Mio. t stellte die Volksrepublik sogar 12 Prozent mehr Stahl her als im Juli 2008. "Es war das erste Mal überhaupt, dass China in einem Monat mehr als 50 Mio. t Rohstahl produziert hat", hieß es. Die weltweite Produktion lag im Juli elf Prozent unter dem Vorjahreswert.

Branche hat Talsohle erreicht

Stahlkonzerne wie ThyssenKrupp und Weltmarktführer ArcelorMittal hatten von Anzeichen für eine Stabilisierung der Lage berichtet, nachdem die Nachfrage wegen der Flaute bei wichtigen Abnehmern wie Automobilindustrie und Maschinenbau eingebrochen war.

Der Tiefpunkt der Krise sei erreicht, hatte ThyssenKrupp in der vergangenen Woche erklärt. Einige Branchenexperten haben jedoch Zweifel, ob es sich um eine nachhaltige Entwicklung handelt oder ob die Kunden nur ihre abgebauten Lagerbestände wieder auffüllen.

In den ersten sieben Monaten ist die Rohstahlproduktion in Deutschland nach den Zahlen des Weltstahlverbandes um 41 Prozent zurückgegangen. Die in Düsseldorf ansässige Wirtschaftsvereinigung Stahl erwartet für 2009 einen Rückgang um deutlich mehr als 25 Prozent auf das Niveau der 60er Jahre. Sechs von 15 deutschen Hochöfen sind derzeit außer Betrieb. In diesem Monat will ArcelorMittal einen Ofen in Bremen wieder hochfahren.