Istrabenz nun im Zwangsausgleich

Der insolvente slowenische Mischkonzern befindet sich auch offiziell in Zwangsausgleich. Das Konkursgericht hat die Sanierung unter gerichtlicher Obhut eingeleitet. Dem Sanierungsplan zufolge wird Istrabenz seinen Schuldenberg von insgesamt 470,9 Mio. Euro spätestens bis Ende 2013 begleichen müssen.

Heuer wird Istrabenz seinen Gläubigern, darunter auch österreichischen Banken, fast 20 % ihrer Forderungen zurückzahlen müssen. Bis Ende 2011 werden fast 8 % und 2012 mehr als 25 % fällig. Die restlichen 47 % der Forderungen wird Istrabenz im letzten Sanierungsjahr zahlen müssen. Darüber hinaus wird der Mischkonzern auch Zinsen zahlen müssen. Für heuer gilt ein jährlicher Festzins von 3 %, der schrittweise auf 3,75 % gehoben wird.

Die Gläubiger, die am 17. Dezember 2009 über die gerichtliche Sanierung abstimmten, haben diese mit fast 75 % bestätigt. Gegen den Zwangsausgleich stimmten die österreichischen Banken, die BAWAG und Volksbank. Diese beiden Banken hatten zuvor zusammen mit noch zwei weiteren Banken einen Konkursantrag für Istrabenz gestellt.

470,9 Mio. Euro an Forderungen

Das Konkursgericht hat den Gläubigern insgesamt 470,9 Mio. Euro an Forderungen anerkannt. Die 44 Gläubiger hatten Forderungen im Wert von 501 Mio. Euro angemeldet. Der größte Gläubiger von Istrabenz ist die BAWAG mit 82,6 Mio. Euro. Zu den Gläubigern gehören auch die Kärntner Sparkasse, die Hypo Alpe-Adria Bank sowie die Bank-Austria-Tochter UniCredit Slovenija.

Zur Tilgung der Schulden wird das Unternehmen schrittweise fast seine gesamten Beteiligungen verkaufen müssen. Istrabenz hat Tochterunternehmen in den Branchen Energie, IT, Tourismus und Nahrungsmittel. Welche zuerst verkauft werden, wurde bisher noch nicht bekannt gegeben. Ende 2009 betrug das Kapital von Istrabenz 55,3 Mio. Euro. Die vor einer Woche bestellte neue Istrabenz-Führung will sich trotzt eingeleitetem Zwangsausgleich weiterhin bemühen mit den Gläubigerbanken eine außergerichtliche Sanierung zu erreichen.