EU-Tourismus

Milliardenverluste wegen Vulkanasche

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Europas Reisebranche hat wegen der Aschewolke ersten Schätzungen zufolge Verluste von fast 1 Mrd. Euro erlitten. Das teilte EU-Industriekommissar Antonio Tajani nach einer Videokonferenz mit den zuständigen EU-Ministern mit. Frankreich habe einen Schaden von 260 Mio. Euro angegeben, Spanien und Italien je 200 Mio. Euro, Deutschland 100 Mio. Euro und Griechenland 60 Mio. Euro.

Vor allem Reiseveranstalter und Reisebüros hätten wegen des fünf-tägigen Verkehrschaos nach dem Vulkanausbruch in Island "beträchtlichen Schaden" genommen. Die Unterbringung und Heimreise gestrandeter Passagiere habe bis heute mehr als 388 Mio. Euro gekostet. Die Auswirkungen auf die Hotelbranche seien noch unklar, ebenso wie die langfristigen Folgen auf den Tourismussektor.

Nach dem Vulkanausbruch war der Flugverkehr in Europa zwischen 15. und 20. April großteils völlig zum Erliegen gekommen, eine bis dato ungekannte Situation. Auch für den Verkehrssektor - vor allem die Fluggesellschaften - geht die Kommission von einem Milliarden-Schaden aus. Tajani betonte, etwaige staatliche Finanzhilfen dürften sich nicht alleine auf die Airlines konzentrieren, sondern müssten den Tourismussektor insgesamt berücksichtigen.

Lufthansa: Schaden durch Flugverbote knapp 200 Mio. Euro

Die europaweiten Flugverbote wegen der Vulkanasche aus Island haben bei der Lufthansa konzernweit einen Schaden von fast 200 Mio. Euro verursacht. Diese Zahl nannte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber auf der Hauptversammlung in Berlin. Zuvor hatte er schon kritisiert, die Risiken der Asche seien "völlig überschätzt" worden. Am Vortag hatte der Deutsche Reiseverband erklärt, Reisebüros, Veranstaltern und Reise-Portalen hätten Schäden von 110 Mio. Euro verbucht.

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