Suche nach Schiefergas in Polen beginnt

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Internationale Energiekonzerne werden heuer in Polen die Suche nach Vorkommen des Schiefergases beginnen. Nach Informationen der Zeitung "Dziennik Gazeta Prawna" hätten 30 Unternehmen entsprechende Lizenzen erhalten, darunter Chevron, Exxon Mobil und ConocoPhillips. Experten vermuten, dass die Schiefergas-Vorkommen in Polen besonders reichhaltig sind.

Nach ersten Schätzungen der Firma Wood Mackenzie, die auf die Suche nach Bodenschätzen spezialisiert ist, könnten sich in Polen über 1,4 Billionen Kubikmeter des Gases befinden. "Wir könnten völlig unabhängig vom Import des Rohstoffes werden", sagte Grzegorz Pytel vom Sobieski-Institut für Wirtschaftsforschung (Instytut Sobieskiego) gegenüber "Dziennik Gazeta Prawna". Pytel nennt eine mögliche Menge von 500 bis 700 Mrd. Kubikmeter Gas, die sich im polnischen Boden befinden könnten.

Vize-Umweltminister Henryk Jezierski äußert sich verhaltener. Die Förderung des sogenannten Schiefergases sei teurer als die von Gas aus herkömmlichen Vorkommen, erklärte er. Trotzdem könne eine Förderung attraktiv werden, wenn der Preis für den Rohstoff steige. Der staatliche polnische Gaskonzern PGNiG erwägt, für die Suche nach Schiefergas eine Kooperation mit einem oder mehreren Partnern aus den USA einzugehen. Entsprechende Gespräche hätten schon stattgefunden, so der Vize-Vorstandsvorsitzende Slawomir Hinc.

Erdgas, das sich in Schiefergestein befindet, wird erst seit kurzem und in großem Maßstab bisher nur in den USA gefördert. Das liegt daran, dass dies technisch aufwendig ist. Da Schiefer relativ undurchlässig ist, dringt das Gas nicht einfach an die Erdoberfläche, wenn diese Gesteinsschichten angebohrt werden. Häufig sind waagrechte Bohrungen notwendig, um Kanäle zu schaffen, durch die das Gas entweichen kann.

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