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100.000 Firmen droht jetzt die Corona-Pleite

Finanzombudsmann Zmuegg sieht auf Basis einer Studie „Super-GAU“ für unsere Wirtschaft. 

Wien. Alarmstufe Rot in der heimischen Wirtschaft. Zusätzlich zur kommenden Pleitewelle in diesem Herbst wegen der Folgen des Corona-Lockdowns droht 2021 „ein Insolvenz-Tsunami bisher unbekannten Ausmaßes bei Klein- und Mittelbetrieben“, warnt der unabhängige Finanzombudsman Gerald Zmuegg. Er hat auf Basis einer Befragung von rund 250 Betrieben und ­einer damit verbundenen Simulationsrechnung festgestellt, dass auch die jetzt vielfach gewährten Unterstützungskredite in letzter Konsequenz den Umsatzausfall der Unternehmen nicht lösen, sondern im Gegenteil eine Schuldenfalle bedeuten.
 

Zusatz-Kredite aus Krise treiben Firmen ins Aus

 
Schuldenfalle. „Geschätzte 100.000 KMU stehen vor dem Aus“, sagt Zmuegg. Konkret stelle sich die Situation so dar, dass ein Unternehmer wegen der Corona-Verluste derzeit gezwungen sei, seinen Kredit im Schnitt um 50 % zu erhöhen – während sich die Einkünfte halbieren. Selbst gesetzt den Fall, dass die Umsätze in 2 Jahren wieder am Ursprungsniveau seien, stehe die Firma vor der Insolvenz, weil der Zusatzkredit (für den die ersten zwei Jahre keine Zahlungen zu leisten waren) dann plötzlich die Aufwendungen für die Rückzahlung massiv erhöhen. Selbst Firmen, die im Jahr zwei nach Corona gleich viel verdienen wie vor der Pandemie, könnten wegen der Schuldenlast nicht mehr profitabel werden.
 
Es drohe „ein Super-GAU für Österreichs Wirtschaft“, sagt Zmuegg. Die Politik sei gefordert zu handeln. Lösungen sieht der Experte entweder in einem Schuldenschnitt oder in der Anpassung der Kreditlaufzeit.

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