Brasilien: Nasenspray statt Impfungen für Rio

Impfkampagne wegen Lieferprobleme unterbrochen

Brasilien: Nasenspray statt Impfungen für Rio

Wegen Lieferproblemen muss Rio de Janeiro seine Impfkampagne unterbrechen. Staatschef Bolsonaro will nun ein kaum erforschtes Nasenspray aus Israel einsetzen.

Die Impfkampagne gegen das neuartige Coronavirus in Rio de Janeiro muss wegen Lieferengpässen vorerst eingestellt werden. Von Dienstag an werde es bis in die kommende Woche hinein keine Impfungen geben, teilte der Bürgermeister der brasilianischen Millionenmetropole, Eduardo Paes, am Montag auf Twitter mit. "Die neuen Dosen sind nicht angekommen. Wie müssen unsere Kampagne morgen unterbrechen."
 

18.000 Corona-Tote in Rio

Rio de Janeiro ist Brasiliens zweitgrößte Stadt und weist mit fast 18.000 Corona-Toten landesweit die höchste Todesrate auf. Zwei Städte im gleichnamigen Bundesstaat, Niteroi und Sao Goncalo, hatten die Impfungen bereits in der vergangenen Woche wegen fehlender Vakzine für mehrere Tage aussetzen müssen.
 

Erst Mitte Jänner Impfungen in Brasilien

Brasilien gehört zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Rund 239.000 Infizierte starben bereits - nur die USA verzeichnen noch mehr Corona-Tote. Brasiliens rechtsextremer Staatschef Jair Bolsonaro steht wegen seines Corona-Krisenmanagements in der Kritik.
 
Die Impfungen in dem Land begannen erst Mitte Jänner und damit deutlich später als in den USA, Europa oder anderen lateinamerikanischen Ländern.
 

Bolsonaro will Nasenspray gegen Corona

Am Montag nun kündigte Bolsonaro an, er wolle ein in Israel entwickeltes Nasenspray gegen das Coronavirus ordern. Dieses Spray habe gegen schwere Covid-19-Erkrankungen "eine Effektivität von nahezu 100 Prozent", twitterte der Staatschef, der zwei Tage zuvor mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu telefoniert hatte.
 

Israelisches Spray noch nicht zugelassen

Das Nasenspray wurde allerdings nach Angaben der beteiligten israelischen Forscher erst an äußerst wenig Menschen getestet, ein Zulassung hat es noch nicht. Dessen ungeachtet sprach Netanjahu bereits von einem "Wunder".
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