Corona-Alarm: Spitälern gehen die Betten aus

So sieht es in unseren Spitälern aus

Corona-Alarm: Spitälern gehen die Betten aus

Ein Lockdown droht, wenn die Spitäler den Ansturm nicht mehr bewältigen können.

Wien. Am Nationalfeiertag warnte Bundeskanzler Sebastian Kurz: „Die Ultima-Maßnahme ist ein zweiter Lockdown.“ Dieser werde dann nötig, wenn die Intensivmedizin wegen Coronafällen überlastet ist. Am Dienstag warnte auch das Büro des grünen Gesundheitsministers Rudolf Anschober: „Entwickeln sich diese (Anm.: Infektionszahlen) weiterhin so dynamisch wie in der vergangenen Woche … dann kann sich die Situation rasch zuspitzen.“
 

Bis zu 90% sind schon ohne Corona ausgelastet

 
Wenig Platz. Experten erklären: Unter Normalbedingungen, also ohne Corona, sind 85 bis 90 % der Intensivbetten ausgelastet. So viele stehen für Covid-Notfälle also gar nicht zur Verfügung. Es müssen jetzt wieder planbare Operationen verschoben werden (etwa in OÖ), damit den Spitälern die Betten nicht ausgehen. ÖSTERREICH recherchierte die Lage in den Spitälern. 
 
Verteilung. Die Zahl der Intensivpatienten stieg an einem Tag von 188 auf 203 (+8 %). Der 7-Tages-Vergleich zeigt eine Zunahme von 40%. Laut AGES stehen 651 Intensivbetten für Corona-Patienten bundesweit frei. Doch diese sind ungleich verteilt. 
 
Steiermark. „Kleinere Spitäler stoßen schon an ihre Grenzen“, heißt es aus der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft. In den letzten fünf Tagen stieg die Zahl der Corona-Patienten hier um 70 an. Wenn es so weitergeht, dauert es 25 Tage, bis den Spitälern im ganzen Land alle Betten ausgehen. Im LKH Weiz sind schon jetzt alle Normal- und Intensiv-Betten belegt. Patienten werden in andere Häuser gebracht – noch geht es.
 
Salzburg. In Salzburg ist die Situation noch dringender. Die Spitäler sind schon in einer Woche überlastet, sagt VP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Die Zahl der Corona-Patienten verdoppelte sich hier innerhalb von sechs Tagen. 
 

Anstieg von Patienten: Plus 80% an einem Tag

Vorarlberg. Ein „Notruf“ kommt auch aus Vorarlberg, die Lage ist kritisch. Innerhalb eines Tages nahm die Zahl der Patienten um 80 % auf Normalstationen zu. 
 
Oberösterreich. In OÖ wird ein Engpass eher beim Personal erwartet.
 
Wien. Selbst in Wien sind ein Viertel der Intensivbetten belegt.
 
Virologe Norbert Nowotny zu ÖSTERREICH: „Wenn die Zahlen weiter so steigen, ist ein Lockdown schon in einem Monat möglich.“
 
 

Contact Tracing: 1. Bundesland auf Notbetrieb

Mitarbeiterin wurde positiv getestet. Jetzt sind 20 ihrer Kollegen in Quarantäne.
 
Salzburg. Alarm Nummer zwei aus Salzburg: Das Contact Tracing kann derzeit nur im Notbetrieb laufen. Eine von 40 MitarbeiterInnen ist positiv getestet worden. Ab sofort müssen deswegen 20 ihrer KollegInnen in Quarantäne. „Wir machen, was wir noch schaffen“, sagt Karl Schupfer, Sprecher der Stadt Salzburg.
 
„Nicht schaffen“. Was noch geht: Alle neu positiv Getesteten werden kontaktiert und abgesondert. Kontaktpersonen der Kategorie 1 (direkter Kontakt) werden so gut es geht ausgeforscht. Aber weitere Kontakte „werden wir derzeit wahrscheinlich nicht schaffen“, so Schupfer.
 
Sofort gab es eine Ausschreibung für neue Mitarbeiter. 50 haben sich bereits gemeldet.
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