Coronavirus

Beunruhigende Studie:

Corona-Patientin war 70 Tage ansteckend – ohne Symptome

Die 71-Jährige wurde 13 Mal positiv getestet.

Erstaunlicher Fall. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) geht man davon aus, dass die Ansteckungsgefahr bei Corona-Patienten mit mildem Verlauf nach 10 Tagen zurückgeht. Doch nun gab es einen ungewöhnlichen Fall in den USA, bei dem alles ganz anders verlief. Eine 71-jährige Frau war, laut Bericht des Fachjournal "Cell", mindestens 70 Tage lang ansteckend, ohne überhaupt jemals Symptome gezeigt zu haben. Das sei jedoch der längste bekannte Fall einer asymptomatischen Infektion.

Die Patientin hat eine Leukämie-Erkrankung und war deshalb so oft getestet worden. Zu Beginn der Corona-Pandemie war die 71-Jährige wegen Anämie bereist auf stationärer Behandlung. Die Covid-Infektion wurde deswegen auch zufällig entdeckt. Die Forscher glauben, dass die Krebserkrankung sogar der Grund dafür sein könnte, dass die Patientin so lange ansteckend war. "Unsere Daten lassen vermuten, dass bestimmte immungeschwächte Patienten infektiöse Viren für längere Zeiträume abgeben können, als bisher angenommen", berichten die Studienautoren.

"Wir gehen davon aus, dass diese Patientin bis Tag 70 in der Lage war, das Virus an andere weiterzugeben“, sagte der Studienleiter Vincent Munster vom US-amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases gegenüber "Business Insider". Bei der 71-Jährigen handelt es sich gewissermaßen um einen Sonderfall, der sich aber laut US-Forschern durchaus wiederholen könnte. "Wir erwarten, dass in Zukunft weitere Berichte wie unserer veröffentlicht werden", sagte Munster in einer Pressemitteilung. 



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