Corona: Stärkere Impfreaktionen bedeutet bessere Immunantwort

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Corona: Stärkere Impfreaktionen bedeutet bessere Immunantwort

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US-Studie: Bei Schüttelfrost wird eine um 60 Prozent höhere Antikörper-Konzentration im Blut erreicht.

Je stärker Menschen nach einer Covid-19-Impfung mit einer mRNA-Vakzine eine Reaktion wie Schüttelfrost, leichtes Fieber oder Müdigkeit aufweisen, desto besser ist nach einiger Zeit die Schutzwirkung. Bei Schüttelfrost wird später eine um 60 Prozent höhere Antikörper-Konzentration im Blut erreicht, bei mehreren "systemischen Reaktionen" sogar der doppelte Wert, hat jetzt eine US-Studie ergeben.

Es ist unangenehm, doch die Beschwerden weisen auch auf eine gute entstehende Schutzreaktion hin: Aric Prather von der Universität des US-Bundesstaates Kalifornien in San Francisco haben jetzt im Preprint medRxiv (noch ohne Peer Review) eine neue Beobachtungsstudie zur Grundimmunisierung gegen Covid-19 mit den mRNA-Impfstoffen von Moderna und Pfizer-BioNTech veröffentlicht (doi: https://doi.org/10.1101/2023.09.26.23296186). Untersucht werden sollte der Zusammenhang zwischen dem Auftreten von den ganzen Organismus betreffenden Impfreaktionen und der Entwicklung schützender Antikörper.

US-Studie

363 Erwachsene erhielten in den ersten sechs Tagen nach den beiden Impfdosen jeden Abend einen Link zu einem Fragebogen, in dem sie die am Tag aufgetretenen Symptome angeben sollten. Insgesamt ging es um elf verschiedene Symptome. Einige der Probanden trugen über Nacht einen Fingerring, der Hauttemperatur und Herzfrequenz aufzeichnete.

"Wie das Team um Aric Prather von der Universität von Kalifornien in San Francisco berichtet, fielen die systemischen Reaktionen nach der 2. Dosis insgesamt stärker aus: 75,5 Prozent klagten über Müdigkeit (gegenüber 54,2 Prozent nach der ersten Dosis), 54,8 Prozent (versus 31,6 Prozent) über Muskelschmerzen, 53 Prozent (versus 27,1 Prozent) über Kopfschmerzen und 40,3 Prozent (versus 18,4 Prozent) über Unwohlsein", schrieb jetzt das Deutsche Ärzteblatt zu den Ergebnissen. Auch die Pulsfrequenz und deren Schwankungen sowie die Hauttemperatur reagierten auf die zweite Impfung stärker.

Nach einem und nach sechs Monaten ab den Impfungen wurde das Auftreten der Impfreaktionen mit der Konzentration an schützenden Antikörpern im Blut verglichen. Einen statistisch signifikanten Zusammenhang gab es erst nach der zweiten (Teil-)Impfung: Probanden, die Schüttelfrost registriert hatten, wiesen einen um 60 Prozent höheren Antikörperspiegel auf. Müdigkeit brachte um 50 Prozent mehr, ebenso Unwohlsein. Schließlich waren Kopfschmerzen mit um 40 Prozent höheren Antikörperkonzentrationen verbunden. Schon bisher hatte man vermutet, dass eine stärkere Impfreaktion auch das Zeichen für ein besseres Reagieren des Immunsystems auf eine Impfung ist, für Covid-19 stand ein Beweis dafür bisher jedoch aus.

"Bei den anderen abgefragten Symptomen waren die Assoziationen nicht signifikant. Insgesamt stiegen die Antikörpertiter aber mit jedem Symptom um zehn Prozent", schrieb die Online-Publikation der deutschen Ärztekammer. Litten Menschen nach der Covid-19-Impfung gar an sieben verschiedenen Impfreaktionen, war das Anzeichen für eine doppelt so starke Immunantwort im Vergleich zu Personen mit Impfungen ohne darauf folgende, vorübergehend unangenehme Nebenerscheinungen der Immunisierung gegen SARS-CoV-2.

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