Der große Corona-Urlaubs-Check

Österreicher fühlen sich am Meer sicher

Der große Corona-Urlaubs-Check

Urlauber berichten: In Italien & Co. werden Virus-Maßnahmen konsequent umgesetzt.

 

Der aktuelle Fall um österreichische Urlauber in Italien zeigt, wie rigoros in Italien Corona-Schutzmaßnahmen durchgezogen ­werden: Das Mitglied einer Familie wurde in Jesolo positiv getestet. Daraufhin wurden die Urlauber direttissima zur Grenze eskortiert und ausgewiesen.

Wie ÖSTERREICH-Recherchen bei Urlaubern in im ­Süden Europas zeigen, werden, anders als vielfach propagiert, Schutzmaßnahmen streng exekutiert. Das Tragen von Masken ist von Italien, Kroatien, Spanien Frankreich bis nach Griechenland absolut obligat.

Wie sich der Sommerurlaub am Meer in Zeiten von Corona sonst noch gestaltet, lesen Sie hier.

Stephanie Zweymüller in Italien: Kaum Touristen in Rom, Venedig und Florenz

Die Wienerin Stephanie Zweymüller nutzt die Tourismusflaute für eine ausgiebige Städtetour durch Italien – Venedig, Florenz, Rom – unter normalen Umständen in der Hochsaison ein Unding. Zweymüller: „Es sind kaum Touristen unterwegs und wenn dann hauptsächlich Italiener.“ Venedig sei nahezu komplett leer, in Rom sei so gut wie kein Verkehr auf den Straßen und in Florenz sonst heillos überfüllte Plätze, wie die Piazza della Signoria, regelrecht entvölkert gewesen. Der Besuch von Museen – normalerweise im Sommer ein nervenaufreibendes Unterfangen – war in angenehmer aufgelockerter Atmosphäre möglich gewesen.

Dazu komme, so Stephanie Zweymüller, dass der Städtetrip in Italien derzeit besonders günstig sei. In vielen Geschäften hat bereits der Ausverkauf begonnen und die Hotelpreise sind niedrig. Für ein Zimmer in einem 5-Sterne-­Hotel in Rom bezahlte die Wienerin lediglich 120 Euro.

© privat

Wolfgang Fellner in Spanien: Urlaub in Ibiza - Relaxt wie vor 20 Jahren

Urlaub in Ibiza – das ist wie Urlaub vor 20 Jahren. Nur 25 % so viele Autos wie im Vorjahr und insgesamt werden nur 20 % der zuletzt angereisten 2 Millionen Urlauber erwartet.

Ibiza 2020 bietet beides – überfüllte Strände, die von der Polizei gesperrt werden müssen (wie etwa die von den Einheimischen geliebte Cala Bassa, Cala Benirrás oder Cala Boix), aber auch völlig menschenleere Strände in den Tourismus-Hochburgen wie Sant Antonio.

Die In-Restaurants wie Juan y Andrea auf Formentera oder Bambuddha Bar sind zwar wie früher auf Wochen ausgebucht, doch mehr als die Hälfte der Restaurants sind leer und bieten aus Verzweiflung sogar 3-Gänge-Menüs um 6 Euro an. Überall dort, wo früher die Engländer tobten, sind jetzt Geisterstädte entstanden: In Sant Antonio oder Es Canar ist kein Mensch auf der Straße – alles zugesperrt.

Während die letzten Engländer von der Insel flüchten, kommen die Deutschen und Italiener immerhin noch zu 20 %, die einheimischen Spanier sind heuer als Urlauber weit in der Überzahl.

Überraschend: Alle Boote und Yachten sind ausgebucht – denn jeder, der es sich leisten kann, fährt mit dem eigenen Boot in die Buchten oder nach Formentera. Das ist der Trend 2020: Yachting – weil auf hoher See gibt’s keine Corona-Ansteckungsgefahr und keine Maskenpflicht. Denn die gilt in Ibiza sonst überall, auch auf der Straße, in Restaurants (bis zum ersten Bissen), sogar am Strand bis zur Liege.

In Ibiza selbst steigt die Verzweiflung der Einheimischen. Seit Englands Regierung 2 Wochen Quarantäne für alle Ibiza-Urlauber verhängt hat, steht die Insel vor dem Super-GAU. Ohne englische Touristen droht mindestens der Hälfte aller Unternehmen die Pleite. Schon jetzt sind alle Diskotheken, etwa 30 % der Geschäfte und mindestens 20 % der Restaurants geschlossen und täglich werden es mehr.

Deutlich gesunken ist die Promi-Dichte auf der Insel: Außer Boris Becker, Sarah Connor und Lionel Messi wurden bisher kaum VIPs gesichtet – so sie nicht wie David Guetta oder Rosberg auf der Insel leben.

So dramatisch Corona für die Wirtschaft ist, so großartig ist es für die Touristen: Wer es auf die Insel geschafft hat (Einreise ist mittlerweile ganz einfach mit einem im Vorhinein ausgefüllten Computer-Formular am Handy), erlebt einen Relax-Urlaub. Man findet wieder leere Strände, einsame Buchten, man muss sich am Hippiemarkt nicht mehr mit 20.000 Shopping-Wütigen drängen – und alles ist mindestens ein Drittel billiger als früher.

Und feiern kann man nach wie vor, etwa in dem von einem Österreicher geführten Dinner-Club Lio, dem Hotspot der Reichen und Schönen. Dort gibt es bis September trotz Corona keinen freien Tisch mehr ...

© APA/AFP/JAIME REINA

Frenkie Schinkels in Kroatien: Urlaub heuer "Klasse statt Massen"

Der niederländische Wahlösterreicher und Fußball-Kolumnist Frenkie Schinkels verbringt seinen Sommerurlaub wie jedes Jahr auf einem Campingplatz zwischen Porec und Rovinj in Kroatien. Im Vergleich zu den Vorjahren seien heuer viel weniger Touristen in Kroatien.

„Mit den Corona-Maßnahmen wird hier sehr gewissenhaft umgegangen. Der MNS-Schutz muss in Geschäften getragen werden und die Menschen halten sich auch daran“, so Schinkels.

Am Campingplatz werde sehr stark auf Hygiene geachtet und auf den notwendigen Abstand zwischen den Campern. Der Urlaub heuer in Kroatien stehe eindeutig unter dem Motto „Klasse statt Masse“, so Schinkels. Die Strände sind locker frequentiert, in den Lokalen findet man stets einen Platz. Die Einreise nach Kroatien verlief absolut problemlos, kontrolliert wurde nicht.

© privat

Tanja Duhovich in Griechenland: Strenge Kontrollen bei Einreise

Die Ex-Miss Tanja Duhovich urlaubt zurzeit in Chalkidiki in Griechenland. Vor der Einreise musste sie ein Formular ausfüllen, wofür man dann einen QR-Code bekommt, der sowohl vor dem Abflug in Wien als auch bei der Ankunft kontrolliert wird. Duhovich: „Etwa die Hälfte der Passagiere musste am Flughafen in Athen gleich zum Test. Diese Urlauber werden dann darauf hingewiesen, bis zum Ergebnis (24 Std.) dringend den Sicherheitsabstand einzuhalten.“

Die Strände hier in Chalkidiki sind gut gefüllt, hauptsächlich mit griechischen Urlaubern. Es gilt hier eine strenge Maskenpflicht, etwa in Geschäften und in Taxis. Am Strand gilt das nicht, aber es wird auf die Einhaltung der Abstandsregeln gepocht. In Restaurants und Lokalen wird auf Abstände geachtet, an der Bar stehen ist verboten, es darf nur gesessen werden.

© privat

Christian Zacharnik in Frankreich: Hohe Maskenmoral und wenig los auf Korsika

Die „Insel der Schönheit“ (Ile de Beauté), wie Korsika genannt wird, ist für meine Familie jeden Sommer Pflicht – auch im Corona-Sommer 2020. Die Anreise via Fähre von Livorno in Italien aus ist absolut problemlos. Vor Besteigen des Schiffs wird bei jedem Passagier Fieber gemessen. Dazu musste ein Formular ausgefüllt werden, auf dem man deklariert, nicht mit Covid-19 infiziert zu sein. Ein Attest ist nicht notwendig. Auf der Fähre selbst wird von allen Passagieren und der Besatzung Maske getragen.

Auch auf Korsika selbst herrscht eine hohe Maskenmoral. An jedem Geschäft ist ein Schild angebracht, auf dem mit den Worten „Port du masque obligatoire“ auf die Pflicht zum Tragen eines Atemschutzes hingewiesen wird. Diskussionen darüber gibt es nicht.

An den Stränden gibt es natürlich keine Maskenpflicht. Den gebührenden Abstand zu halten, ist kein Problem, da heuer deutlich weniger Touristen auf der französischen Mittelmeerinsel Urlaub machen. Deutsche, Italiener und Österreicher sind, anders als gewohnt, kaum anzutreffen. Die meisten Urlauber stammen aus Frankreich selbst.

Was für die Urlauber angenehm ist, beklagt die Tourismusbranche auf Korsika. Geschäftlich sei das ein absolut katastrophaler Sommer, meint etwa Philippe, der sein Geschäft mit Bootstouren in der Nähe von Porto-Vecchio im Süden der Insel macht.

© Pascal POCHARD-CASABIANCA / AFP

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