Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Corona-Impfung

Das müssen Sie jetzt wissen

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Corona-Impfung

Seit Dezember wird in Österreich geimpft und trotzdem gibt es noch viele Fragen rund um die Corona-Impfstoffe.

1. Welche Unterschiede gibt es zwischen den Impfstoffen AstraZeneca, Moderna und Biontech/Pfizer?

Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna nutzen die Technologie von RNA-Impfstoffen. Das Coronavirus ist ein RNA-Virus, also eine Form des Erbgutes. Wir Menschen haben die DNA, Viren können DNA, aber auch RNA haben. Die Impfung enthält einfach einen kleinen Teil dieser RNA, die eben diese Information trägt, um einen bestimmen Bestandteil des Virus zu bilden. Man nutzt diese Systeme, um dieses kleine Partikelchen zu bilden und gegen das wird dann die Immunantwort gerichtet.
 
Das Vakzin von Astrazeneca benutzt einen Trägervirus, das Adenovirus. Das ist eine ganz gängige Plattform, die benutzt man schon recht lange für Impfstoffe und bei anderen Therapien, wie der Gentherapie. Wo man dieses Trägervirus benutzt, um einen gewissen Teil, eigentlich derselbe Teil der in der RNA drinnen ist, in die Zelle zu transportieren und dort wird wiederum das Partikelchen gebildet. In der EU ist es (noch) nicht zugelassen.

2. Kann man andere Menschen anstecken, wenn man geimpft ist?

Diese Frage ist noch nicht ganz geklärt. Bei Moderna-Studien mit Tieren wurde festgestellt, dass die geimpften Tiere den Virus nur noch ganz wenig übertragen können - diese Daten fehlen jedoch noch für den Menschen. Eine andere Studie hat gezeigt, dass man aus der Nase geimpfter Affen Viren entnehmen konnte, die nicht mehr infektiös waren. Es braucht jedoch noch Daten aus Versuchen am Menschen, um die Frage vollständig beantworten zu können.

3. Warum soll ich mich impfen lassen?

Um wirklich wieder zur alten Normalität zurückzukehren, braucht es eine gewisse Durchimpfungsrate in der Bevölkerung. Das Gesundheitsministerium hofft dabei auf 50 bis 60 Prozent. Mit der Impfung schützt man sich selbst zumindest vor einem schweren Krankheitsverlauf und auch andere. Um möglichst viele über die Corona-Impfung aufzuklären, wurde die Kampagne "Österreich impft" gestartet - mehr dazu hier.

4. Kann man sich impfen lassen, wenn man gerade mit Corona infiziert ist?

Nein. Eine Impfung ist erst nach dem Ende der behördlich vorgeschriebenen Quarantäne möglich. Auch im Falle anderer Erkrankungen (Grippe, etc.) sollte man bis zur Genesung mit der Impfung warten.

5. Können sich Personen, die bereits Corona hatten, impfen lassen?

Ja, da derzeit nicht klar ist, wie lange der Immunschutz nach einer überstandenen Covid-19-Infektion anhält.  Es wird daher empfohlen, allen Personen in den entsprechenden Zielgruppen eine Impfung anzubieten, auch wenn bereits eine Infektion durchgemacht wurde. In diesen Fällen ist damit zu rechnen, dass es zu einer Auffrischung der vorbestehenden Immunität und damit zu einer Schutzverlängerung kommt.

6. Wie wirksam sind 
die Impfstoffe?

Biontech/Pfizer und Moderna, die Hersteller der mRNA-Impfstoffe, sprechen von einer 95-prozentigen Wirksamkeit.

7. Dürfen Kinder geimpft werden?

Nein. Die Covid-19-Impfungen dürfen erst ab 16 Jahre verabreicht werden.

8. Hat die britische Corona-Mutation eine Auswirkung auf die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe?

Nein. Der Covid-19-Impfstoff von BioNTech und Pfizer scheint einer Studie zufolge auch gegen die ansteckendere britische Variante wirksam zu sein. Für die Untersuchung wurden Blutproben von 16 geimpften Teilnehmern aus früheren klinischen Studien einem synthetischen Virus ausgesetzt. Dieses war so konstruiert, dass es die gleichen zehn charakteristischen Mutationen aufwies, durch die die britische Variante B.1.1.7 gekennzeichnet ist.

Oxford-Wissenschaftler überarbeiten nun auch den Corona-Impfstoff des britischen Unternehmen AstraZeneca. Der Impfstoff soll nun auf die britische Mutation angepasst werden.

9. Gibt es Nebenwirkungen?

Alle Teilnehmer der Studien haben die Impfstoffe gut vertragen. Die Hersteller sprechen davon, dass bisher keine schwerwiegenden Nebenwirkungen festgestellt wurden. Zu den klassischen gehören unter anderem Müdigkeit, Kopfschmerzen, leichtes Fieber, allgemeines „grippiges“ Gefühl und andere.

10. Wann werde ich geimpft?

Die Bundesregierung hat einen detaillierten Impfplan erstellt. In drei Phasen soll die Impfung in Österreich abgewickelt werden. Gestartet wurde mit den über 80-Jährigen in Alters- und Pflegeheimen, sowie dem zugehörigen Personal in den Pflege- und Krankenanstalten. Für die breite Masse wird die Impfung wohl erst frühestens ab April möglich sein. Durch die Lieferengpässe bei Biontech/Pfizer könnte sich dies ein wenig nach hinten schieben. In der Zwischenzeit kann man sich online und telefonisch über 1450 für die Corona-Impfung registrieren. Wenn die eigene Gruppe an der Reihe ist, wird man über einen Termin informiert.

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