Menschen mit Maske beim Spazieren im Freien

Aerosol-Physiker sieht "Innenraum-Problem"

Experte: „Corona-Ansteckungsgefahr im Freien liegt bei Null!"

Ein Aerosol-Experte hält eine Ansteckung mit dem Coronavirus im Freien für fast unmöglich. Aber: In Innenräumen sei eine Infektion auch ohne direkten Kontakt möglich.

Klare Ansage von Aerosol-Physiker Gerhard Scheuch: Covid-19 sei ein "Innenraum-Problem", sagte er im Interview mit dem deutschen Fernsehsender RTL. Die Gefahr, sich im Freien mit dem Coronavirus anzustecken, läge laut dem Forscher praktisch bei Null. Man könne sorgenfrei an der frischen Luft joggen, rodeln oder spazieren, ohne eine Ansteckung zu fürchten. Um seine Aussage zu untermauern, brachte Scheuch ein Beispiel aus China: Dort haben Forscher bereits im Frühjahr Erkenntnisse gesammelt: "Es wurden über 7.000 Infektionen nachvollzogen und von diesen fand eine einzige im Freien statt."

400 - 3.000 Viren nötig

Für eine Infektion mit dem Coronavirus seien nach dem derzeitigen Wissensstand etwa 400 bis 3.000 Viren notwendig. Im Freien könne es zu so einer Viren-Übertragung zwischen zwei Menschen nur in einem bestimmten Fall kommen: "Im Außenbereich kann nur dann was passieren, wenn Sie sehr lange und sehr eng mit einer Person zusammenstehen und sich vielleicht direkt gegenüberstehen und unterhalten. Dann stehen Sie in der Aerosol-Wolke Ihres Gegenübers und können Sie sich über eine längere Zeit anstecken." Nur dann sei es notwendig, draußen eine Maske zu tragen.

Dies entspricht nicht den Maßnahmen vieler Regierungen. So gilt beispielsweise in New York seit April auch im Freien Maskenpflicht, auch andere Großstädte verlangen zumindest teilweise das Tragen von Masken an öffentlichen Plätzen. Auch die österreichische Bundesregierung diskutierte unlängst eine Maskenpflicht im Freien. In Tirols sowie in einigen anderen Schigebieten gilt außerdem: Auf die Piste darf nur, wer einen negativen Test vorweisen kann.

Innenräume gefährlich

Aerosol-Physiker Scheuch hält hingegen nur Innenräume für gefährlich. Diese könnten dafür auch dann noch Infektionsherde sein, wenn die infizierte Person das Zimmer bereits lange verlassen hat: Als Beispiel nennt er einen Fall, bei dem sich jemand in einem Aufzug angesteckt hatte, weil zuvor ein Infizierter diesen benützt habe: "Das ist zwar nicht die Regel, aber solche Infektionen finden statt."

Um sich zu schützen, können laut Scheuch Raumlüfter sinnvoll sein. Auch das regelmäßige Öffnen der Fenster sei vorteilhaft. 



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