Inzidenz in Deutschland steigt weiter

Experte warnt vor Corona-"Tsunami"

Präsident des Weltärztebundes sieht Deutschland bereits in der vierten Welle.

Berlin. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigt weiter. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Samstag 1.919 weitere Positiv-Tests, 311 mehr als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 13,6 von 13,2 am Vortag. Binnen elf Tagen hat sich der Wert damit mehr als verdoppelt. Er gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hatte in dieser Woche gewarnt, setze sich die derzeitige Entwicklung fort, könne schon im September die Marke von 400 und im Oktober die von 800 überschritten werden. Man müsse alles tun, um die Zahlen möglichst niedrig zu halten. Spahn appellierte an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen.

"Mit Impfen zeigt man Solidarität"

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach sich gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vom Samstag dafür aus, Impfverweigerern nicht die gleichen Freiheiten zurückzugeben wie Geimpften. "Mit Impfen zeigt man Solidarität, mit Impfverweigerung zeigt man Egoismus", sagte Hans. So sollten Impfverweigerer etwa für Schnelltests zahlen müssen oder nicht an jeder Veranstaltung teilnehmen dürfen. Es könne nicht sein, dass sich für Geimpfte nichts ändere, nur weil die Gesellschaft dauerhaft Rücksicht auf die Verweigerer nehmen müsse.

Der Präsident des Weltärztebundes, Ulrich Montgomery, warnte vor einem Infektionsanstieg durch Reiserückkehrer aus Spanien und Italien. Dies seien beliebte Urlaubsländer vor allem bei jüngeren Menschen, die oft noch nicht zwei Mal geimpft seien, sagte er der "Rheinischen Post". Der Viren-Eintrag nach Deutschland werde durch diese Reiserückkehrer ganz klar steigen. Deutschland befinde sich bereits in der vierten Welle, da man alle zehn Tage eine Verdoppelung der Ansteckungen sehen könne. "Wir müssen mit konsequenter Quarantäne für ungeimpfte Reiserückkehrer und der Einhaltung der AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Anm.) dafür sorgen, dass aus der vierten Welle kein Tsunami wird", so Montgomery.



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