Gesundheitsexperte würde "Rot" in Vorarlberg nicht überraschen

Corona-Ampel

Gesundheitsexperte würde "Rot" in Vorarlberg nicht überraschen

Fidler: ''Ohne Mitarbeit und Hausverstand werden wir die Situation schwer in den Griff kriegen''

Bregenz. Der Vorarlberger Public Health-Experte Armin Fidler, der das Land in der Corona-Kommission des Bundes vertritt, hält es für "gar nicht so abwegig", dass in absehbarer Zeit einer der vier Vorarlberger Bezirke auf der Corona-Ampel rot aufleuchten wird. Das begründete er am Samstag in einem Interview gegenüber "Radio Vorarlberg".
 
In der Kommission sei "es ja so, dass wir zuerst einmal die rohen Fallzahlen hernehmen. Ganz einfach: Wie viele Fälle gibt es im Sieben-Tages-Trend bezogen auf eine Bevölkerung von Hunderttausend? (...) Der Bezirk Dornbirn zum Beispiel, wenn wir die rohen Fallzahlen anschauen, wäre über 100 und damit rot." Allerdings würden für das reale Infektionsrisiko weitere Parameter herangezogen und durch "Risikoadjustierung" der jeweilige Alarmwert modifiziert, so Fidler.
 
Der Gesundheitsexperte machte kein Hehl daraus, über das Verhalten der Menschen besorgt zu sein: "Wir sind natürlich auch auf die Mitarbeit und den Hausverstand der Bevölkerung angewiesen. Also wenn's da Resistenzen gibt und Leute trotz dringender Empfehlung sich dagegen halten, dann werden wir die Situation schwer in den Griff kriegen."
 
Aus fachlicher Sicht sei er "manchmal natürlich frustriert mit Einzelheiten" im Zusammenhang mit dem Instrument der Corona-Ampel. Die Bevölkerung erwarte sich "eine Risikoabschätzung, zu der es in Stein gemeißelte Maßnahmen geben muss. Das wäre wünschenswert, weil es Klarheit schafft. Aber leider Gottes ist das sehr, sehr schwer". Die Politik hinke hier der Wissenschaft noch um Wochen nach. Fidlers Ansicht nach habe die Regierung zu schnell die Zügel wieder locker gelassen: "Ich habe das immer als seltsam empfunden, dass gerade zu einem Zeitpunkt, wo sich die Bevölkerung eigentlich an das Maskentragen gewöhnt hätte, man das wieder abgeschafft hat."
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