Alexander van der Bellen

Auf New York Reise

"Impfen, impfen": Van der Bellen mit Appell

Bundespräsident besuchte vor Treffen mit Guterres School of Medicine at Mount Sinai.

"Impfen, impfen, impfen..." - Die Botschaft, die Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Mittwoch im Spital der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York mit auf den Weg bekam, war eindeutig. Einzig mit Impfungen könne die Corona-Pandemie in die Schranken gewiesen werden, erklärten die aus Österreich stammenden renommierten Vakzinologen Florian Krammer und Peter Palese anlässlich eines Besuchs des Staatsoberhaupts.

In den USA würden 90 Prozent der Intensivstationen von Corona-Patienten blockiert, die sich nicht impfen hätten lassen, ärgerte sich der gebürtige Oberösterreicher Palese (77), der seit 1971 an dem prestigeträchtigen Forschungsinstitut und Krankenhaus tätig ist. Das sei wirklich "ein Jammer". Wissenschaftlich gesehen sei zudem zu erwarten, dass sich früher oder später fast alle Ungeimpften mit dem Covid-Virus anstecken würden, warnte der Experte. Die Zahl jener, die es ohne Impfung "nicht erwischen" werde, werde verschwindend gering sein.

Spitäler in New York bei Corona-Welle überfüllt

Der aus der Steiermark stammende Krammer (39) erinnerte daran, dass während der extremen Coronawelle vergangenes Jahr in New York das Spital völlig überfüllt gewesen sei. "Die Eingangshalle war voller Leute, wir mussten über die Tunnel ins Spital hinein. Es war gespenstisch, wir haben im Central Park ein Feldspital eingerichtet."

Im März 2020 seien vor dem Spital Kühlwagen gestanden, weil pro Nacht um die 80 Personen gestorben seien, erinnerte sich Peter Palese, der auch an der Herstellung eines Vakzins für LMC-Countries, also Länder mit kleinen oder mittleren Einkommen wie Vietnam, Thailand, Brasilien oder Mexiko, beteiligt ist. Wann dieser einsatzbereit sei, sei allerdings auch eine Frage des Geldes, bedauerte er.

Impfung wirkt gegen Corona

Die Impfung sei aber das einzige wirkliche Mittel im Kampf gegen Corona, unterstrichen die beiden Wissenschafter, die den früheren Universitätsprofessor Van der Bellen auch ein wenig in ihren laboralen Forschungsalltag einführten.

Aktuell habe man in New York auch mit der Delta-Variante zu kämpfen, andere Varianten würden derzeit eher in Lateinamerika auftreten, meinte Krammer. Aber auch dort gingen - "wie weltweit" - die Zahlen wieder hinunter. Längerfristig werde das Virus aber nicht verschwinden, sondern vor allem saisonal ("im Winter") auftreten.

"Müssen mit dem Virus leben"

Auf lange Sicht würden sich die Menschen eben daran gewöhnen müssen, mit dem Virus zu leben, so der Impfstoff-Experte. Auf die Diskussion um die Freigabe von Vakzin-Patenten angesprochen, meinte Krammer: "Es ist die Frage, wie viel das im Moment bringt. Es ist ja alles viel komplizierter. Es muss auch die Infrastruktur und Technologie da sein, um einen Impfstoff dann auch herstellen zu können. Prinzipiell müsse es bei einer Pandemie aber vorrangig darum gehen, Menschenleben zu retten.

Nach seinem Spitalsbesuch fuhr Van der Bellen in das UNO-Hauptquartier am East River, wo er gemeinsam mit Bundeskanzler Sebastian Kurz und Außenminister Alexander Schallenberg (beide ÖVP) ein bilaterales Treffen mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, auf dem Programm stand



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