PVÖ fordert "Expertenentscheidung" über AstraZeneca

Pensionistenverband schickt Brief an Anschober

PVÖ fordert "Expertenentscheidung" über AstraZeneca

Vor Empfehlung des Nationalen Impfgremiums zur Frage, ob dieser Impfstoff auch an über 65-Jährige verimpft wird.

Wien. In der kommenden Woche wird die offizielle Empfehlung des Nationalen Impfgremiums erwartet, ob der AstraZeneca-Impfstoff zum Schutz vor Covid-19 auch an über 65-Jährige verimpft wird. In diesem Zusammenhang hat am Wochenende der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) verlangt, dass diese Frage auf Basis "einer rein fachlichen Expertenentscheidung" getroffen wird, "die auf einem breiten Konsens in der Fachwelt beruht".

Zuletzt hatte Ursula Wiedermann-Schmidt, die wissenschaftliche Leiterin des Nationalen Impfgremiums, angedeutet, man werde den Weg für eine Verimpfung der AstraZeneca-Dosen an über 65-Jährige freimachen, weil es mittlerweile wissenschaftliche Belege gebe, dass auch mit diesem Serum der betroffenen Personengruppe ausreichender Impfschutz geboten wird. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hatte diesbezüglich erklärt, man werde die Empfehlung des Impfgremiums umsetzen, sobald diese da sei.

Brief an Anschober

In einem an Anschober gerichteten Brief, der der APA vorliegt, berichtet PÖV-Präsident Peter Kostelka nun von einer "tiefen Verunsicherung hinsichtlich der Wirksamkeit von AstraZeneca, insbesondere bei nunmehr auftretenden Mutationen" unter den Senioren. Diese und ihre Angehörige wären besorgt und würden "heftig dagegen protestieren, dass die ältere Generation nun doch den AstraZeneca-Impfstoff erhalten soll. Vereinzelt wird sogar davon gesprochen und befürchtet, dass die ältere Generation als 'Versuchskaninchen' verwendet werden soll", heißt es in dem Schreiben.

Kostelka appelliert an Anschober, es dürfe "keinesfalls der Eindruck entstehen, das Ministerium würde sich aus einer Vielzahl an Expertenmeinungen mit einer gewissen Beliebigkeit die aus seiner Sicht praktikabelste Option auswählen". In dieser heiklen Phase dürfe man das Vertrauen der älteren Generaton nicht verlieren. Abschließend ersucht Kostelka um Bekanntgabe, "welche Vorgangsweise zur wissenschaftlichen Evaluierung der Verimpfung des AstraZeneca-Impfstoffs an Personen über 65 Jahren konkret geplant ist und wie sichergestellt wird, dass die älteren Menschen wirksam, sicher, rasch und barrierefrei geimpft werden".

Auf APA-Anfrage hieß es am Sonntagnachmittag aus dem Gesundheitsministerium, dass das nationale Impfgremium am Montag berichten werde. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen soll dann Anfang der Woche fallen.

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