Tausende liegen gebliebene Impfdosen – eine Schande

Corona-Insider von Isabelle Daniel 09.03.2021

Tausende liegen gebliebene Impfdosen – eine Schande

Isabelle Daniel versorgt Sie täglich mit unserem neuen Corona-Insider. Wie geht es weiter mit der Pandemie? Wie schlägt sich Österreich? Was plant die Politik? Alle Antworten im Corona-Insider, täglich neu.

„Ich glaube grenzenlos daran, dass Wissenschaft und Frieden am Ende über Unwissenheit und Krieg triumphieren“, sagte einst Louis Pasteur. 

Und er hat bis heute Recht. Denn nur der Sieg der Wissenschaft – die Impfungen – können diese Pandemie, die die Welt seit einem Jahr in Geiselhaft hält, beenden.

Umso schändlicher ist es, wenn immer wieder tausende Impfdosen liegen bleiben. Die Kollegen der Oberösterreichischen Nachrichten berichten von 1.400 Menschen, die ihren Impftermin einfach verstreichen ließen. Ähnliches hört man aus sämtlichen Bundesländern.

Während die 65 + und Hochrisikogruppen aus allen Altersstufen sehnsüchtig auf ihren Impftermin warten, lassen ihn Jüngere aus priorisierten Gruppen öfters einfach verstreichen.

Anderorts wiederum wurden „überschüssige“ Impfdosen – aus Pfizer-Biontech-Phiolen kann man meist eine siebente Dosis rausziehen – einfach weggeschmissen. So etwas ist angesichts wieder steigender Neuinfektions- und Hospitalisierungsraten schlicht wahnsinnig und unverantwortlich.

Wann Impfungen Durchbruch bringen

Dafür gibt es wirklich gute Nachrichten aus den USA und Israel. Ab wann man mit Impfungen wieder eine Rückkehr zur „Normalität“ erwarten kann. …

Die CDC – die US-Gesundheitsbehörden – und die Israelischen Experten kommen zum selben Schluss: Zwei Wochen nach der zweiten Impfung (bei Pfizer und Moderna) kann man mit einer wirklichen Immunität rechnen. Die Wirksamkeit steigt hier auf 92 bis 94 Prozent an. Und verhindert Hospitalisierungen. Ab dann – also bei Pfizer fünf Wochen nach dem Erststich – bei Moderna sechs Wochen danach – kann man auch in geschlossenen Räumen ohne Masken in relativ hoher Sicherheit Freunde oder Familie treffen, wenn diese ebenfalls immunisiert sind, sagt die CDC.

Mit jedem mehr, der voll immunisiert ist, steigt die Anzahl an Menschen, die man treffen kann ohne Sorge zu haben diese anzustecken.

In Österreich glauben allerdings viele, dass sie bereits eine Woche nach der ersten Impfung zu 84 Prozent geschützt seien. Das – und das zeigen die Daten aus Israel und den USA – ist leider definitiv falsch. Zwei Wochen nach der Erst-Impfung erreicht die Wirksamkeit rund 50 bis 60 Prozent.

Für Astra Zeneca sind diese Echtzeit-Daten bezüglich Voll-Immunisierter noch ausständig. Erste Daten aus Großbritannien sprechen aber hier auch dafür, dass vier Wochen nach der Erstimpfung die Immunisierung größer wird.

Israel auf dem Weg in den fünften Lockdown

In den politischen Zirkeln in Österreich sorgte eine Nachricht heute eher für schlechte Laune. Denn Israel ist auf dem Weg in einen fünften Lockdown, obwohl das Land bereits eine Impfquote von über 50 Prozent hat.

Warum? Weil die Situation sich in den Spitälern erst wirklich entspannen kann, wenn alle über 40-Jährigen durchgeimpft sind– also beide Shots bekommen haben. Die Mortalität und Hospitalisierung geht zwar in Israel bei den 60+, die als Erste geimpft wurde extrem zurück, aber bei den Jüngeren eben noch nicht ausreichend. Israels Wissenschafter und Politiker befürchten zudem, dass Familienfeiern zu den jüdischen Osterfeiertagen eine neuerliche Welle auslösen könnten. Immerhin ist die B.1.1.7 Variante, die auch in Israel die dominante ist, weit ansteckender als die bisherige.

Der Impfweltmeister will also zudem nicht die Gesundheit seiner jüngeren Bürger riskieren und mit frei laufenden Durchseuchungen schon gar nicht neue Mutationen provozieren, die dann die bisherigen Impfstoffe unter Umständen bedrohen würden.

Das logische Ziel, um auch eine wirkliche Rückkehr zur Normalität zu erreichen, die Menschen, Wirtschaft und Jobs gleichermaßen hilft, ist also möglichst alle, die geimpft werden können, wirklich durchzuimpfen und die Infektionen in dieser Zeit möglichst runterzuschrauben. Immerhin geht es jetzt noch um ein paar Wochen, die man durchstehen müsste.



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