Weiterhin Corona-Partys in Wiener Szeneclubs

Trotz explodierender Zahlen

Weiterhin Corona-Partys in Wiener Szeneclubs

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt österreichweit rasant. Einer der Gründe dafür: Partys und private Feiern.

Partystopp, Bremse für private Feiern – die neuen Einschränkungen tun weh, sind aber unumgänglich, so Kanzler Kurz. „Es gilt, die katastrophalen Folgen zu verhindern, die ein zweiter Lockdown für Österreich bedeuten würden“, warnte er am Donnerstag. Vizekanzler Kogler sagt: „Die Lage ist ernst, aber noch können wir etwas tun.“

Seit Ende August ist das Coronavirus wieder ungebremst auf der Überholspur. Lagen die Fallzahlen im Sommer noch bei 30 bis 50 neuen Fällen pro Tag, so verzeichnen die Behörden zuletzt täglich neue Rekordzahlen mit bis zu 900 Infektionen.

Viele dieser Neuinfektionen sind auf Partys in Clubs oder im Privaten zurückzuführen. Die neuen Maßnahmen sollen diese Gefahr ein wenig eindämmen. Doch wie akut die Lage ist, scheint vielen noch nicht klar sein. Denn auch in Wien - einem von Österreichs Corona-Hotspots - wird munter weitergefeiert. Bilder und Videos auf Instagram zeigen beispielsweise, eine Party im Wiener Szenelokal "Flex" am Donaukanal. Hier legten am Freitagabend verschiedene DJ's und DJanes auf und die Musikfans tanzten wie wild dazu.

Ganz verantwortungslos waren die Teilnehmer allerdings nicht. Wie es zumindest auf den Aufnahmen scheint, waren die Gäste darum bemüht den Abstand soweit es ging einzuhalten. Eine Vielzahl der Gäste hatte zudem auch Masken auf.

Die neuen Einschränkungen, die ab Montag gültig sind, sind zwar erneut ein Schlag ins Gesicht für die ohnehin schon schwer angeschlagene Nachtgastronomie, aber laut Regierung notwendig, um die Gesundheitskrise in den Griff zu bekommen. Dramatisch ist auch: Inzwischen haben wir wieder vier Mal so viele Patienten im Spital. Auch die Zahl der Erkrankten auf Intensivstationen hat sich verdreifacht: „Noch brauchen wir keine zusätzlichen Spitals-Ressourcen“, so Gesundheitsminister Anschober.

Das könnte sich aber rasch ändern, wenn die Zahlen (laut schlechtester Prognose) von 650 auf bis zu 1.500 pro Tag hochschnellen.

Sperrstunden-Sünder: 1.450 €.- Strafe drohen

Längst ist auch bekannt, wo es die meisten Neuinfektionen gibt:

Bars, private Partys liegen, wie bereist erwähnt, landesweit an erster Stelle. Aber es gibt noch weitere:

  • Bei „Après-Soccer“-Feiern nach Meisterschaftsspielen in Kantinen, Klubhäusern, Wirtshäusern. Die Ansteckungen beim Sport selbst sind hingegen gering.
  • Auf allen Märkten, bei Menschenansammlungen: „Von der Hirnlosigkeit weniger“, so Wirtschaftskammer-Chef Mahrer, „ist es nur ein kurzer Weg zur Arbeitslosigkeit vieler.“

Schon jetzt sind die wirtschaftlichen Auswirkungen bizarr: So wurde Wien in Deutschland, Dänemark, Schweiz, Belgien zur Risikozone erklärt: der Todesstoß für den Tourismus.

Jetzt aber entscheidet sich, was in Zukunft österreichweit passieren wird: „Wir brauchen wieder verstärkte Kontrollen“, so Innenminister Karl Nehammer. Er kündigte die „Aktion scharf“ gegen Sperrstundensünder an. Wer überzieht, der zahlt 1.450 Euro Strafe. Der Strafrahmen geht sogar noch weiter. Schwere Verstöße können für den Gastronomen sogar 30.000 Euro fällig werden.

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