Trotz Impf-Rekord: Corona-Zahlen auf den Seychellen explodieren

Das steckt dahinter

Trotz Impf-Rekord: Corona-Zahlen auf den Seychellen explodieren

Obwohl ein Großteil der Bevölkerung bereits geimpft ist, schießen die Zahlen nun wieder nach oben. 

61,1 Prozent der Bevölkerung auf den Seychellen wurde bereits vollständig gegen Corona geimpft. Damit gehört die Inselgruppe im Indischen Ozean weltweit zu den absoluten Spitzenreitern. Dennoch wurde zuletzt ein kräftiger Anstieg der Corona-Zahlen gemeldet. Die 14-Tage-Inzidenz beträgt aktuell 777 – womit es auf den Seychellen gemessen an der Bevölkerung mehr Fälle als in Indien, der Türkei oder Schweden gibt.

Expertin Malshini Senarate schlägt gegenüber der Washington Post Alarm: „Ein Anstieg der Fälle stellt eine enorme Belastung für das bereits angespannte öffentliche Gesundheitssystem dar.“ Unter den Infizierten befinden sich auch Ärzte und Pfleger, das Corona-Hauptbehandlungszentrum ist bereits völlig ausgelastet. Die Regierung musste nun die Schulen wieder schließen und die Öffnungszeiten im Handel erneut einschränken.

Gründe für den Anstieg

Experten sehen den Grund im Anstieg bei den eingesetzen Corona-Impfstoffen. Die Seychellen vertrauten auf AstraZeneca und vor allem auf Sinopharm aus China. Dieser dürfte jedoch vor allem bei älteren Menschen weniger wirksam als etwa BioNTech sein.
Ein wichtiger Faktor ist auch der Tourismus. Die Inselgruppe hat die Grenzen Ende März wieder geöffnet. Urlauber müssen bei der Einreise lediglich einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden ist.

Die Republik Seychellen besteht aus 150 Inseln mit einer Gesamtfläche von 455 Quadratkilometer, was in etwa der Größe Wiens entspricht. Die frühere britische Kolonie (Unabhängigkeit 1976) hat rund 100.000 Einwohner und ist ein beliebtes Urlaubsziel. 70 Prozent des Volkseinkommens werden durch den Tourismus erwirtschaftet, der in der Coronakrise weitgehend zum Erliegen gekommen ist.
  



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