Lesbos Moira Flüchtlinge

Wegen Coronavirus-Gefahr:

Türkei-Deal-Initiator Knaus will griechische Flüchtlingslager räumen

Migrationsexperte warnt vor Ausbruch in überfüllten Camps auf griechischen Inseln.

Wien. Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus in Griechenland fordert der österreichische Migrationsforscher Gerald Knaus, ein Mit-Entwickler des EU-Türkei-Abkommens, die Räumung der dortigen Flüchtlingslager. Es gelte, vielleicht tausende Corona-Infektionen sowie Todesfälle unter Flüchtlingen zu verhindern, sagte Knaus dem "Standard".

Im heillos überfüllten Camp Moria auf der Ägäisinsel Lesbos müssten sich 1.300 Flüchtlinge einen Wasserhahn teilen, "die meisten können sich nicht einmal regelmäßig ihre Hände waschen. Viele leben in behelfsmäßigen Zelten und haben keine Chance, sich voneinander zu isolieren, um eine Infektion zu vermeiden", schildert Knaus.

Massenansteckung und Panik wären die Folgen

Massenansteckung und Panik wären die Folgen, auch unter der ansässigen Bevölkerung, warnt der Migrationsexperte. Er plädierte deshalb für eine Umverteilung der Schutzsuchenden auf das griechische Festland, wie auch von Hilfsorganisationen seit langem gefordert wird. Von dort aus sollen diese dann auch auf andere EU-Staaten verteilt werden. Knaus arbeite derzeit an einer "humanitären Rettungsaktion", so der "Standard".

In Griechenland wurden bisher über 530 Fälle von Coronavirus-Infektionen registriert.



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