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Türkei droht die absolute Coronavirus-Katastrophe

Nach offiziellen Angaben der türkischen Behörde zählt die Türkei 131 Tote. Mit 9.217 Coronavirus-Infizierten hat die Türkei nun Österreich (8.788 Menschen, Stand: 30 März, 08:00 Uhr) überholt.

Für Präsident Recep Tayyip Erdoğan bahnt sich ein politisches Waterloo an. Das Coronavirus zeigt deutlich die Schwachstellen des Systems Erdogan und seiner Regierungspartei AKP. Und der Präsident hat mehrere politische Baustellen: die rasante Ausbreitung des Coronavirus, die Flüchtlings-Ausschreitungen an der griechischen Grenze und einen massiven Flüchtlingsstrom aus Idlib (Syrien) Richtung Türkei.

Türkei setzt auf restriktive Maßnahmen und eine riesige Anzahl von Testungen im Land. 10.000 Tests seien innerhalb von 24 Stunden durchgeführt worden, twitterte die türkische Gesundheitsministerin Fahrettin Koca am Wochenende. 

Stärkste Wachstumsrate

Vergleicht man die Ausbreitung des Coronavirus mit anderen Nationen, so hatte die Türkei bereits nach zehn Tagen mehr Infizierte als die weltweiten Corona-Hotspots Spanien, Italien oder USA. John Burn-Murdoch (Financial Times) hat bereits in der vergangenen Woche in mehreren Tweets auf die große Gefahr hingewiesen. Die aktuelle Grafik (Datengrundlage Johns Hopkins University) prognostiziert eine bevorstehende Krise.

Idlib Flüchtlingsströme in der Türkei

Darüber hinaus droht im Süden der Türkei eine humanitäre Katastrophe für syrische Flüchtlinge. Aus der umkämpften Stadt Idlib (Grenzstadt im Norden Syrien) strömten die vergangenen Tage Hunderttausende in Richtung Türkei. Die humanitäre Lage ist Hilfsorganisationen zufolge ohnehin dramatisch.  

Strenge Maßnahmen in der Türkei

Die Türkei begrenzt Spaziergänge, Läufe durch Wälder und Parks wurden verboten. Untersagt ist mittlerweile auch das Angeln an Küsten und Stränden. Innenminister Suleyman Soylu sagte am Wochenende gegenüber dem Sender NTV, dass die neuen Maßnahmen auch auf die Wochentage ausgeweitet werden könnten.

Seit dem 26. März hat Türkei einen sehr strengen Kurs angeordnet: Auf Marktplätzen ist nur noch der Verkauf von Grundnahrungsmittel oder Reinigungsmittel gestattet. Dies ist vergleichbar mit einem Tabubruch, da der Handel am Basar Teil der türkischen DNA ist.

Bereits zwei Tage zuvor verhängte Türkei spartanische Beschränkungen für die Öffnungszeiten von Lebensmittelgeschäften. Ankara hat bereits Schulen, Cafés und Bars geschlossen. Aber auch das Massengebet wurde verboten.