Spanische Grippe

Spanische Grippe

Überlebender erzählt: So schlimm war die letzte Pandemie

1918 kostete die gefährliche Influenza mindestens 50 Millionen Menschen das Leben. Jetzt erzählt José Ameal Pena von dieser dunklen Zeit und hat eine Warnung an uns alle.

Spätestens seit Anfang des Jahres hält die Welt den Atem an. Das neuartige Coronavirus breitete sich rasant auf der ganzen Welt auf. Mittlerweile starben bereits über 15.000 Menschen an Covid-19. Besonders China und Italien traf es schwer. Allein 6.000 der Toten muss unser Nachbarland verkraften. Ein Staat nach dem anderen kapselt sich ab und verhängt Ausgangssperren. Die Grenzen sind dicht. Keiner will eine weitere Ausbreitung verantworten.

Die letzte derartige Pandemie war die Spanische Grippe im Jahr 1918. Mindestens 50 Millionen Menschen starben daran. Auf die heutige Weltbevölkerung umgemünzt wären dies 200 Millionen. Einer der wenigen Zeitzeugen ist der Spanier José Ameal Pena. Gegenüber "El Mundo" erinnerte er sich an diese dunkle Zeit und hat eine Nachricht an die Weltbevölkerung jetzt: "Seid vorsichtig! Es hat so viele Leben gekostet. Ich will so etwas nicht noch einmal sehen"

Pena war gerade einmal vier Jahre alt, als die Influenza ausbrach. Er lebte mit seiner Familie in einem kleinen Dorf namens Luarca. Dort starben allein 500 der 2.000 Bewohner. Auch er selbst erkrankte daran - als einziger seiner sieben Geschwister. Er gilt als der einzige noch Lebende in Spanien, der die Grippe selbst hatte. "Ich weiß immer noch nicht, warum ich noch hier bin", sagt er. Es war im Herbst 1918 als er erkrankte. "Als ich aufwachte, konnte ich kaum laufen. Ich musste auf allen Vieren kriechen", erzählt der 105-Jährige.

Ein Arzt verschrieb ihm damals den Dampf von gekochtem Eukalyptus und Seegras zu inhalieren, damit das hohe Fieber sinkt. Er hatte damals Glück und wurde wieder gesund. Dennoch muss er sich über 100 Jahre später wieder mit einer Pandemie auseinandersetzen. Das geht freilich nicht spurlos an ihm vorbei, wie seine Tochter Anunciata der Zeitung erklärt. "Er weiß genau, wie es jetzt mit dem Coronavirus weiter geht. Seitdem alles aufkam, hat er eine harte Zeit. Er hat Angst, dass so etwas ähnliches wieder passiert, obwohl wir in ganz anderen Zeiten leben."



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