Streeck warnt vor "Überdramatisierung"

Virologe: 'Corona wird nicht unser Untergang sein'

 Hendrik Streeck fordert mehr Normalität: 'Wir müssen mit dem Überdramatisieren aufhören'

Der deutsche Virologe Hendrik Streeck setzt sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie für mehr Normalität ein. Im Gespräch mit Verleger Wolfram Weimer am Rande des Wirtschaftsgipfels "Neu Denken" in Hamburg kritisiert der Experte, dass es derzeit „zu viel Angst“ gebe.
 
Der Mediziner der Universität Bonn verweist darauf, dass man in Deutschland derzeit eine völlig normale Sterblichkeitsrate habe. „Wir haben es mit einem ernstzunehmenden Virus zu tun, aber wir dürfen dieses Virus nicht mehr überdramatisieren." Corona sei weniger
tödlich als befürchtet. "Dieses Virus ist tödlich nur für wenige. Genauso wie viele andere Viren auch", so Streeck.
 

"Virus wird normaler Teil unseres Lebens"

Der Experte plädiert für ein Ende „des Krisen- und Panikmodus“. Das Virus sei „zu politisch geworden, obwohl es eigentlich nicht politisch sein sollte“. Streeck fordert dabei auch eine „neue Routine“ mit dem Umgang mit dem Virus: „Wir sind in einer Dauerwelle. Wir müssen uns damit abfinden, das Virus wird normaler Teil unseres Lebens werden.“
 
Streeck warnt davor, dass man zu viel Hoffnung auf einen Impfstoff setzt. „Gerade in der letzten Phase gibt es Überraschungen, mit denen man häufig nicht rechnet“. Das Virus werde uns wahrscheinlich noch lange begleiten, vielleicht „auch in Jahrzehnten noch“. Streeck plädiert deshalb für weniger Angst: „Viele von uns werden Bekanntschaft mit diesem Virus machen, ob wir wollen oder nicht."


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