3,5 Jahre Haft für Pokémon-Go-Spieler

Auf Bewährung

3,5 Jahre Haft für Pokémon-Go-Spieler

Urteil wegen „Verletzung religiöser Gefühle“  ist gefallen.

Am Donnerstag (11. Mai) ist das mit Spannung erwartete Urteil im Fall jenes russischen Pokémon-Go-Spielers gefallen, der das Smartphone-Spiel in einer orthodoxen Kirche zockte, gefallen. Wie berichtet, forderte die russische Justiz dreieinhalb Jahre Lagerhaft für Ruslan Sokolovsky (Bild).

Bewährungsstrafe

Nun hat das Gericht den Blogger tatsächlich zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe verdonnert, allerdings auf Bewährung. Sokolovsky muss also nicht hinter Gitter, darf sich in nächster Zeit aber nichts zuschulden kommen lassen. Bei der Anhörung sagte der Mann noch, dass er darüber schockiert sei, dass die Anklage eine solche Strafe für ihn beantragt habe. "Ich habe niemandes Recht und Freiheit verletzt, seinen Glauben auszuüben", sagte er Ende April.

Video ins Netz gestellt

Sokolovsky hatte im Sommer 2016 einen Videoclip ins Internet gestellt, in dem zu sehen ist, wie er in einer Kirche in der Uralmetropole Jekaterinburg Pokémon Go spielt. An dem Ort der heutigen Kirche waren 1918 der letzte russische Zar Nikolaus II. sowie dessen Familie von Bolschewisten ermordet worden. Dem Blogger wurde unter anderem vorgeworfen, religiöse Gefühle verletzt zu haben.

Menschenrechtler verurteilen den Prozess

Der Fall löste in der russischen Blogger-Szene scharfe Kritik aus. Menschenrechtler verurteilen den Prozess. Sokolovsky selbst sagte bei der Anhörung, er sei bereit, sich zu entschuldigen und gemeinnützige Arbeit zu verrichten.

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