Amazon & Co. vernichten 1,4 Mio. Pakete aus Österreich mit Neuware

Kritik an Umgang mit Retouren

Amazon & Co. vernichten 1,4 Mio. Pakete aus Österreich mit Neuware

Online-Giganten vernichten neuwertige Kleidung und Elektronik laut Umweltschützern im großen Stil.

Wie im Vorjahr hat Greenpeace die Paketstatistiken auch in diesem Jahr  nach Retouren im Online-Handel analysiert . Dabei werden einmal mehr die drastischen Ausmaße des Konsum-Wahns im Online-Handel vor Augen geführt. Laut der aktuellen Recherche wurden im vergangenen Jahr 139 Millionen Pakete an heimische Privathaushalte verschickt, 46 Millionen Packerl wurden wieder retourniert. Rund 1,4 Millionen zurückgeschickte Pakete im Bereich Kleidung und Elektronik wurden von Amazon und Co. vernichtet. Greenpeace fordert daher von der österreichischen Bundesregierung ein Vernichtungsverbot für neuwertige Ware. Amazon hat die Vorwürfe im Vorjahr  zurückgewiesen .

© Daniel Müller / Greenpeace
Amazon & Co. vernichten 1,4 Mio. Pakete aus Österreich mit Neuware
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Harsche Kritik

"Amazon und Co. überschwemmen den Markt mit Billigware und animieren zu Impulskäufen, die immer häufiger zurückgesendet werden", kritisieren die Umweltschützer in einer Aussendung. Die Online-Giganten würden zu diesem Thema eher schweigsam sein. "Auf Anfrage von Greenpeace zu konkreten Zahlen, hat Zalando nicht geantwortet, der Versandhändler Unito berichtet, dass retournierte Ware 'im Promillebereich' vernichtet wird. Amazon verweist auf seinen Unternehmensblog. Während Amazon dort behauptet nur in Ausnahmefällen Waren zu vernichten, zeichnen die Recherchen von Greenpeace ein anderes Bild. Mindestens eine LKW-Ladung nicht verkaufter Versandartikel landet allein an einem einzigen Amazon-Standort in Deutschland jede Woche im Müll", kritisiert Greenpeace-Expertin Lisa Panhuber.

© Greenpeace
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Neue Kleidung und Elektronik vernichtet 

Greenpeace verweist auf das Institut für Ökologie und Politik, dieses habe 2021 für das Europäische Umweltbüro (EEB) eine Studie veröffentlicht und schätzt, dass bei Textilien 10 bis 20 Prozent und bei Elektroartikel 4 bis 10 Prozent der Rücksendungen entsorgt werden. Daraus hat Greenpeace die Menge für Österreich hochgerechnet. Im Jahr 2020 sind demzufolge 1,31 Millionen Pakete mit Textilien und rund 120.000 Pakete mit Elektroartikel vernichtet worden. “Das schmutzige Geschäft mit zerstörten Retouren und Lagerbeständen muss gestoppt werden. Um ein T-Shirt oder einen Fernseher herzustellen, werden Unmengen an Ressourcen verbraucht und klimaschädliches CO2, etwa für den Transport, in die Luft geblasen”, sagt Panhuber.  

© Greenpeace
Amazon & Co. vernichten 1,4 Mio. Pakete aus Österreich mit Neuware
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Greenpeace fordert Sanktionen

Um die Vernichtung von neuwertiger Ware zu stoppen, gibt es in Deutschland seit 2020 die sogenannte Obhutspflicht, die jedoch noch nicht sanktionierbar umgesetzt ist. “Wir müssen auch in Österreich Ressourcen schützen und dafür sorgen, dass nur das produziert wird, was auch gebraucht wird. Dafür ist dringend ein gesetzlich verankertes Vernichtungsverbot notwendig. Entscheidend ist dabei, dass Verstöße auch sanktioniert werden”, sagt Panhuber. Zudem müssten Initiativen und Berufsgruppen, die zum Ziel haben Produkte wiederzuverwenden, mehr gefördert werden. Dazu gehöre etwa Repair-Cafés, Re-Use Betriebe, Reparaturwerkstätten, Schneider oder Schuster.
 



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