zoll auf digicams

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EU plant Camcorder-Zoll auf Digicams

Ginge es nach den Vorstellungen des EU-Nomenklatur-Komitees, müsste für Digitalkameras mit Videofunktion bald der erhöhte Einfuhrzoll für Camcorder entrichtet werden.

Das EU-Komitee argumentiert, dass Digitalkameras mit Camcordern gleichzusetzen seien, weil sie wie diese zur Aufzeichnung von Bewegtbildern benutzt werden können. Der deshalb fällige Einfuhrzollsatz würde die meisten Consumer-Digitalkameras – von Spiegelreflexen abgesehen – verteuern, da diese in Europa überhaupt nicht mehr gefertigt und allesamt importiert werden.

Heftiger Widerstand auf der Photokina
Der deutsche Photoindustrie-Verband protestiert wie andere nationale Organisationen, etwa CIPA, PMA, i3a, EPIA, gegen diese Pläne, da diese gegen das Information Technology Agreement (ITA) der Word Trade Organisation (WTO) verstießen. Martin Knapp, im Photoindustrie-Verband und im Arbeitskreis Digitalfotografie (adf) aktiv, sagte gegenüber heise online: "Digitalkameras werden vorrangig eben nicht wegen ihrer Video-Funktion gekauft, zusätzliche Abgaben sind demnach weder zulässig noch gerechtfertigt. Digitalkameras fallen unter die Richtlinie 8525.40.11, Abschnitt XVI, wonach multifunktionelle Geräte nach ihrer vorrangigen Funktion einzuordnen sind. Und das ist bei Digitalkameras das Foto, nicht das Video. Außerdem zeichnet keine Digitalkamera in TV-üblichen Formaten auf."

Hersteller sehen es gelassen
Knapp räumt den Brüsseler Bestrebungen zwar wenig Chancen ein, gibt sich aber trotzdem kämpferisch. Auf Seiten der Industrie gibt man sich derzeit noch gelassen: Die Hersteller, unter anderem Canon, Fujifilm und Olympus, sind sich der Problematik zwar bewusst, sehen derzeit aber noch keinen Handlungsbedarf. Ob sich der erhöhte Zoll nun auch auf den Endkonsumenten-Preis schlägt ist noch nicht klar.



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