Wichtige Änderung

Knalleffekt bei Amazon: Bestellungen laufen ab April anders ab

Ab dem Anfang April ändert der Online-Riese Amazon die Art und Weise, wie Bestellungen abgewickelt werden.  

Eine bislang wenig bekannte, aber logistisch wichtige Praxis namens Commingling wird endgültig eingestellt – mit spürbaren Konsequenzen für Händler und Kunden gleichermaßen.

Hinter dem Begriff Commingling verbirgt sich eine Methode, bei der identische Produkte verschiedener Verkäufer im selben Lager gemeinsam verwaltet und verschickt wurden. Das sollte interne Effizienz und schnelle Lieferzeiten sichern: Bestellt ein Kunde ein Produkt, konnte Amazon das nächstverfügbare, optisch gleiche Exemplar versenden – unabhängig davon, von welchem Händler es ursprünglich eingelagert wurde.

Warum Amazon das System ändert

Das Unternehmen begründet den Schritt damit, dass die Logistik inzwischen so gut ausgebaut ist, dass schnelle Lieferungen auch ohne gemischte Bestände möglich sind. Gleichzeitig soll die Umstellung das Einkaufserlebnis für Kunden verbessern und die Rückverfolgbarkeit von Waren stärken.

Kritiker des bisherigen Systems hatten moniert, dass beim Commingling manchmal nicht klar war, welche Ware tatsächlich bei der Bestellung verschickt wurde – etwa wenn mehrere Anbieter desselben Artikels gelistet sind. Dadurch konnte es passieren, dass Kunden nicht exakt das Produkt des ausgewählten Verkäufers erhielten, was zu Verwirrung und Problemen bei Rückgaben oder Reklamationen führen konnte.

Was sich konkret ändert

Ab dem Stichtag gilt:

  • Jeder Artikel wird einem einzelnen Verkäufer eindeutig zugeordnet, gelagert und verschickt.
  • Keine Vermischung von identischen Produkten mehr, selbst wenn sie von verschiedenen Händlern stammen.
  • Die Änderung betrifft insbesondere das Fulfillment-Programm „Fulfillment by Amazon“ (FBA) und alle Händler, die darüber ihre Waren an Amazon-Lager schicken.

Für Kunden bedeutet das vor allem: Sie bekommen künftig mit hoher Wahrscheinlichkeit wirklich genau das Produkt, das sie bestellt haben und von dem Verkäufer, bei dem sie bestellt haben. Mögliche Probleme mit falschen Varianten, Verwechslungen oder missverständlichen Zuständigkeiten könnten dadurch seltener werden.

Für Verkäufer auf dem Amazon-Marktplatz bringt diese Umstellung Veränderungen bei der Lagerverwaltung und Vorbereitung der Waren. Produkte müssen künftig klar mit Verkäufer-Barcodes (FNSKUs) ausgestattet sein und getrennt eingelagert werden, statt unter einem gemeinsamen Strichcodepool geführt zu werden. Das kann zusätzlichen Aufwand bei der Inventar- und Versandvorbereitung bedeuten – das geschieht aber auch im Sinne besserer Transparenz und Rückverfolgbarkeit im System.

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