Material heilt sich bei UV-Bestrahlung selbst

Neues Hightech-Wunder

Material heilt sich bei UV-Bestrahlung selbst

In Zukunft werden diverse Kratzer sekundenschnell wieder verschwinden.

Es klingt zwar wie aus einem James Bond-Film, ist ber Realität: Forscher der Universität Freiburg (Schweiz) haben ein Material entwickelt, das sich selbst heilt, wenn es mit starkem UV-Licht bestrahlt wird. Auf diese Weise könnten in Zukunft Kratzer am Auto oder in Bodenbelägen in Sekundenschnelle wieder verschwinden.

Funktionsfähigkeit bestätigt
Noch seien die Materialien nicht soweit, dass sie in den Handel gebracht werden könnten, teilte die Universität Freiburg am Mittwoch mit. Doch die im Fachmagazin "Nature" publizierte Studie eines Forschungsteams des Adolphe Merkle Instituts um Christoph Weder belege, dass der Mechanismus funktioniert.

Polymeren
Die Freiburger Wissenschafter entwickelten gemeinsam mit Kollegen aus den USA eine neue Art von Polymeren. Diese gummiartigen sogenannten Metallo-Supramolecular Polymers setzen sich aus relativ kurzen Molekülen zusammen, die sich zu längeren Ketten verbinden, wobei Metall-Teilchen als eine Art molekularen Leim dienen.

"Dank ihrer molekularen Beschaffenheit sind diese Materialien in der Lage, unter UV-Strahlung die Eigenschaften zu verändern", wird Weder in der Mitteilung zitiert. Die Strahlungswärme löst den "Leim" und das feste Material wird flüssig. Wird das UV-Licht abgeschaltet, nimmt das Polymer seine ursprüngliche Form wieder an.

UV-Lampen
Die Forscher machten Kratzer in ihre Materialien und beleuchteten es dann mit UV-Lampen, wie sie Zahnärzte zum Härten von Füllungen benutzen. Resultat: Es dauerte keine Minute, und die Kratzer waren beseitigt. Tests zeigten, dass das Material sogar wiederholt an derselben Stelle verkratzt und repariert werden kann.

Selbstheilende Polymere gibt es zwar schon heute, wie die Zeitschrift schreibt. Die meisten dieser Materialien müssen aber aufgeheizt werden, um sich selber zu flicken. Der Einsatz von Licht bringe demgegenüber einen wichtigen Vorteil: Die beschädigte Stelle kann genauer anvisiert werden.

Unterschiedliche Anwendungsbereiche
Das neue Material kommt laut den Forschern für diverse Anwendungen infrage: Kratzer und Scheuerstellen an Autos, Bodenbelägen oder Möbeln lassen sich damit vielleicht bald einfach reparieren. Kratzer am Auto könnten zum Beispiel in Autowaschanlagen, die mit UV-Lampen ausgerüstet sind, zum Verschwinden gebracht werden. Industriepartner aus verschiedenen Sektoren würden bereits Interesse zeigen. Wie lange es noch dauern werde, bis das neue Konzept marktreif ist, sei aber schwierig abzuschätzen.

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