Die neuen Huawei FreeBuds Pro im Test

In-Ears mit Noise Cancelling

Die neuen Huawei FreeBuds Pro im Test

Wir haben uns die Top-In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancellling angesehen.

Im September hat Huawei eine ganze  Reihe an Hardware-Neuheiten  präsentiert. Als erste Neuheit kam die Watch GT 2 Pro, die wir bereits  ausführlich getestet haben , in den Handel. Am Montag (19. Oktober) folgen dann die FreeBuds Pro. Auch die neuen Top-In-Ear-Kopfhörer konnten wir vorab testen. Wie sie sich dabei geschlagen haben, lesen Sie im folgendem Testbericht.

© Huawei

Erster Eindruck und Kopplung

Mit den FreeBuds Pro bringt Huawei binnen kurzer Zeit, bereits die zweiten In-Ears mit aktiver Geräuschunterdrückung in den Handel. Doch während es sich bei den Freebuds 3i um die Einstiegsvariante handelte, kommt nun dat Top-Modell. Und dieses hat nicht nur den Namenszusatz "Pro" mit Apples AirPods Pro gemein, sondern setzt auch auf ein ähnliches Design. Optisch kommen die FreeBuds Pro ziemlich edel daher. Das schnörkellose und reduzierte Design kommt vor allem in der Farbe Silver Frost, die wir bereits vom P40 Pro+ kennen, besonders gut zur Geltung. Auch die Verarbeitung und verwendeten Materialien liegen auf dem Niveau des US-Konkurrenten. Von den FreeBuds 3i übernehmen sie das Konzept mit den Silikonstöpsel. Die flexiblen Silikonaufsätze, von denen sich diverse Größen im Lieferumfang befinden, sorgen für eine hervorragende Abschottung zur Außenwelt, was für eine gute Geräuschunterdrückung das Um und Auf ist (dazu später mehr). Darüber hinaus sorgt der flexible Aufsatz für eine bombenfesten Sitz im Ohr. Wir haben wirklich alles probiert, um die In-Ears während des Tests unabsichtlich aus dem Ohr zu bringen. Doch die Dinger sitzen wirklich derart gut, dass sie weder beim Sprinten noch bei schnellen Drehbewegungen oder beim Trampolinspringen herausfallen. Die Kopplung mit dem Smartphone funktioniert ebenfalls sehr einfach. Hier profitieren all jene, die ein aktuelles Huawei-Handy haben noch mehr. Im Test kam ein P40 Pro zum Einsatz. Hier muss man lediglich das Case der Kopfhörer öffnen, dann zeigt das Smartphone die FreeBuds Pro automatisch an. So reicht ein Knopfdruck, um die beiden Geräte zu koppeln. Doch auch ansonsten gelngt die Kopplung über Huaweis AI Life App sehr einfach. Positiv: Die FreeBuds Pro können zeitgleich mit zwei Geräten gekoppelt werden - zum Beispiel mit einem Notebook und einem Smartphone. Hört man Musik auf dem Notebook, bleibt die Verbindung zum Smartphone bestehen. Wenn in diesem Fall ein Anruf auf dem Smartphone eingeht, schalten die Kopfhörer automatisch auf das Handy um und pausieren die Musik.

>>>Nachlesen:  Neue Huawei Watch GT 2 Pro im Test

Bedienung

Die Bedienung erfolgt großteils über die Touchflächen an den Ohrhörern per Tipp oder Doppeltipp. Hier kann man auch  eingehende Anrufe annehmen. Die Lautstärke lässt sich nur über das Smartphone bzw. über die App einstellen. Apropos App: Die kostenlose Anwendung bietet noch weitere Einstellungsmöglichkeiten. Hier kann man etwa den Grad der Geräuschunterdrückung festlegen. Zudem werden nützliche Informationen wie der Ladestand der einzelnen Ohrhörer und des Ladecase angezeigt.

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Geräuschunterdrückung

Bei der aktiven Geräuschunterdrückung haben uns die FreeBuds 3i schon überrascht. Und die Pro-Variante kann das Aktive Noise Cancelling (ANC) mindestens genau so gut, wenn nicht sogar noch etwas besser. Auch hier analysiert jeder Ohrhörer über die integrierten Mikrofone die Geräusche separat und erzeugt dann gegenförmige Wellen, welche die Umgebungsgeräusche weitestgehend außen vorhalten. Bei gleichmäßigen Geräuschen (Fahrtwind, Motorenlärm, U-Bahn, etc.) ist man von der Außenwelt nahezu komplett abgeschottet. Was beim Lesen, Arbeiten oder Chillen ein echter Segen ist, birgt aber auch Gefahren. So muss man im Straßenverkehr besonders gut aufpassen. Denn von herannahenden Autos oder Straßenbahnen bekommt man nichts mit. Hier muss man die ANC-Funktion aber nicht gleich komplett deaktivieren. Das funktioniert übrigens ganz einfach, in dem man die Touchfläche am Ohrhörer für rund drei Sekunden gedrückt hält. Die Deaktivierung wird dann mit einem „off“ bestätigt. Das Aktivieren funktioniert genauso. Einfach den Ohrhörer etwas länger gedrückt halten und schon ertönt der Hinweis „Noise Cancelling on". Das ist wirklich hervorragend gelöst. Doch Huawei hat sich noch etwas Besonderes einfallen lassen - den „Awareness“-Modus. In diesem hört man beispielsweise die eigene Musik, aber die Umgebungsgeräusche werden durchgeleitet. Man bekommt also mehr von seiner Umgebung mit. Das ist wohl die Ideallösung für den Straßenverkehr. Die einzige Situation mit der die FreeBuds Pro nicht optimal zurechtkommen, sind kurze, extrem laute Geräusche. Hier kommt das ANC etwas aus dem Gleichgewicht. Das ist und aber auch bereits bei Konkurrenzprodukten aufgefallen. Insgesamt hat uns die aktive Geräuschunterdrückung bei den FreeBuds Pro jedoch auf ganzer Linie überzeugt. Selbst zu hochpreisigen Over-Ear-Kopfhörern mit großen Ohrmuscheln halten sich die Unterschiede - zumindest bei gleichmäßigen Geräuschen - in Grenzen.

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Sound und Freisprechanlage

Noch wichtiger als die Geräuschunterdrückung ist natürlich der Sound. Und auch in diesem Punkt enttäuschen die FreeBuds Pro nicht. Huawei setzt dabei auf den bewährten Kirin-A1-Chip, Bluetooth 5.2-Verbindung sowie vier Soundmodi. Insgesamt sind die In-Ears vor allem auf jene Musikrichtungen perfekt abgestimmt, die von den meisten Leuten gehört werden. Bei Pop, Hip Hop, Rap, Electro & Co. blühen die FreeBuds pro richtig auf. Hier können sie nicht nur beim Bass punkten, der sehr präzise und leicht drückend ausgespielt wird. Auch Höhen und Mitten kommen sehr gut rüber. Bei Genres die stark instrumente-lastig sind (Hard Rock, Klassik, Blues, etc.), ist der Klang nicht ganz so überzeugend. Hier wirkt das Spektrum etwas eng. So fehlt es den Mitten ein wenig an Tiefe und die Höhen können auch nicht immer mithalten. Doch das ist Kritik auf hohem Niveau. In-Ears haben aufgrund ihrer kompakten Bauform einfach natürliche Limits, die selbst die beste Software und Ausstattung nicht wettmachen können. Dafür ist Sprachqualität im Freisprechmodus wieder hervorragend. Selbst wenn man mit dem Fahrrad etwas schneller unterwegs ist versteht man den Gesprächspartner sehr gut und umgekehrt.

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Akku und Laden

Beim Akku trumpfen die Pro-Modelle gegenüber den an sich schon sehr guten FreeBuds 3i noch einmal richtig auf. Mit einer Volladung hielten sie im Test ohne ANC rund sechs Stunden durch (3i: 3,5 Stunden). Mit aktivierter Geräuschunterdrückung waren es immer noch etwas über drei Stunden. Das im Lieferumfang enthaltene Ladecase wird via USB-C geladen und bietet mit fünf weiteren Ladezyklen bis zu 30 Stunden Laufzeit. Das Case ist angenehm kompakt gestaltet und weist ebenfalls eine stimmige Form auf. Leider ist es etwas anfällig für Kratzer. Alternativ können die FreeBuds Pro auch kabellos aufgeladen werden. Und wer (wie wir) ein Smartphone nutzt, dass über eine Reverse Wireless Charging-Funktion verfügt, muss die Kopfhörer nur auf dessen Rückseite legen, um sie aufzuladen. Wichtiger ist, dass die Verarbeitung bei den Freebuds 3i ebenfalls sehr hochwertig ist. Außerdem sind sie dank IPX4-Zertifizierung gegen Schweiß und Spritzwasser geschützt. An der Qualität und der Laufleistung gibt es keinen Grund zur Kritik.

>>>Nachlesen:  Huawei bringt edle Smartwatch, Top-Kopfhörer & Co.

Fazit

Mit den FreeBuds Pro beweist Huawei einmal mehr seine Kompetenz am Wearable-Sektor. Die In-Ears sind bestens verarbeitet, bieten in den meisten Fällen einen tollen Klang, überzeugen bei der Freisprechfunktion, verfügen über ein hervorragendes ANC, sind simpel bedienbar und halten lange durch. In Österreich sind die FreeBuds Pro ab 19. Oktober zu einem Preis von 179 Euro verfügbar. Damit sind sie zwar kein Super-Schnäppchen, bieten aber dennoch ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis.

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