Porno-Abzocke: Gericht mit Gutachten getäuscht

Krimi um Redtube

Porno-Abzocke: Gericht mit Gutachten getäuscht

Die angeblichen Rechteinhaber sind offenbar untergetaucht.

Nun scheint sich endgültig zu bestätigen, was sich in den letzten Wochen immer stärker herauskristallisiert hat: Bei der riesigen Abmahnwelle im Fall Redtube dürfte es sich um eine reine Abzocke gehandelt haben . Bisher konnte die Kanzlei Urmann & Collegen nicht einmal erörtern, wie sie an die betroffenen IP-Adressen gekommen ist. Dieser Makel sollte nun mit einem Gutachten aus der Welt geschafft werden. Doch der Schuss ging ordentlich nach hinten los.

Falsches Gutachten
Eigentlich hätte das vorgelegte Gutachten beweisen sollen, dass die Software (GLADII 1.1.3), mit der die IP-Adressen ermittelt wurden, rechtens sei. Laut diversen Medienberichten aus Deutschland war in dem Gutachten aber nie die Rede von einem Streaming-Portal, sondern von Downloads. Auf diese Weise und durch die Tatsache, dass keinerlei wirkliche technische Werte erklärt wurden, sollte das Gericht offenbar hinters Licht geführt werden. Doch das funktionierte nicht.

Rechteinhaber nicht mehr auffindbar
Darüber hinaus hat es bei der Firma, die die Rechte an den betroffenen Pornos haben soll, zuletzt große Umbaumaßnahmen gegeben. So sind die angeblichen Rechteinhaber (also die Ankläger) mittlerweile nicht mehr auffindbar. Der Chef der Firma (The Archive AG) dürfte sich abgesetzt haben. Die Firma hat mittlerweile zwar einen neuen Chef, doch die Webseite ist offline, die Telefonnummern wurden gelöscht und der Firmensitz gewechselt.

In dem Fall bleibt es also weiter spannand.

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