Twitch sperrt Account von Trumps Wahlkampfteam

IT-Plattformen greifen durch

Twitch sperrt Account von Trumps Wahlkampfteam

Auch Youtube und Reddit sperren mehrere Kanäle und User wegen Hassbotschaften.

Nach  TikTok  und  Twitter  bereitet dem US-Präsidenten nun auch Twitch Sorgen. Die Streamingplattform hat den Account des Wahlkampfteams von Donald Trump vorübergehend gesperrt. Grund dafür sind Hassinhalte und der Verstoß gegen die Community-Richtlinien der Plattform, wie mehrere US-Medien unter Berufung auf einen Twitch-Sprecher berichteten.

Konkret geht es um zwei Videos von Trumps Wahlkampfveranstaltungen, in denen er unter anderem Mexikaner als Vergewaltiger und Kriminelle bezeichnete. Auf Twitch, das zum Amazon-Konzern gehört, werden normalerweise Videospiele gestreamt. Die Plattform verzeichnete in den letzten Monaten im Schnitt über zwei Millionen Zuschauer pro Tag. "Hasserfülltes Verhalten ist auf Twitch nicht erlaubt", sagte der Sprecher. Die Plattform mache keine Ausnahmen für politische Inhalte oder wegen des Nachrichtenwerts.

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Auch YouTube und Reddit lenken ein

Auch Youtube und Reddit haben zahlreiche Nutzer-Konten und Kanäle wegen der Verbreitung von Hassbotschaften gesperrt. "Wir haben strenge Richtlinien, die Hassreden verbieten", sagte ein Youtube-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Googles Video-Plattform hatte am Montag (Ortszeit) sechs rechtsextreme Kanäle wegen rassistischen Inhalten abgeschaltet. Reddit schloss 2.000 Online-Foren, darunter eine große Gruppe von Unterstützern von US-Präsident Donald Trump. 
 
Von der Sperrung bei Youtube betroffen waren unter anderem Konten der bekannten Rechtsextremen David Duke, Stefan Molyneux und Richard Spencer. Ein Youtube-Sprecher erklärte, auf den Kanälen sei entgegen der Plattform-Regeln unter anderem verbreitet worden, dass bestimmte Menschen anderen naturgemäß unterlegen seien. Jeder Kanal, der wiederholt gegen die Richtlinien verstoße, werde gelöscht.
Seit die Plattform, die zu Google gehört, vor mehr als einem Jahr ihre Richtlinien zu rassistischen Inhalten aktualisiert hat, seien fünf Mal so viele Videos entfernt worden. Mehr als 25.000 Kanäle seien seitdem wegen Verstößen gegen das Verbot von Hassreden geschlossen worden.
 
Kurz zuvor hatte die Online-Plattform Reddit rund 2.000 Foren, sogenannte Subreddits, gelöscht. Darunter befand sich die Gruppe "r/The_Donald", ein bekanntes Forum von Trump-Unterstützern. Reddit teilte mit, die Gruppe habe konsequent mehr regelwidrige Inhalte gepostet als der Durchschnitt.
 
 

Werbeboykott auf Facebook

In den vergangenen Wochen sind soziale Netzwerke gegen Trump-Inhalte vorgegangen. So versah Twitter mehrere Postings des Präsidenten mit Warnhinweisen. Facebook war dafür kritisiert worden, nicht gegen umstrittene Trump-Postings vorzugehen. Infolge der Debatte um Hassbotschaften in sozialen Netzwerken kündigten zahlreiche Firmen wie Coca Cola, Honda, Unilever oder Starbucks an, ihre Social-Media-Werbung  auszusetzen . Facebook will nun stärker gegen Hassnachrichten und Falschmeldungen vorgehen, wie sein Chef Mark Zuckerberg betonte.

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