Vernetzung macht auch vorm Bett nicht Halt

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Vernetzung macht auch vorm Bett nicht Halt

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"Sleep Sense" unter der Matratze liefert Daten nach dem Aufwachen.

Der Megatrend Vernetzung erobert die letzten Refugien des Privatlebens. Für viele ist derzeit noch die Nacht die einzige Zeit, in der auch Smartphone, Tablet und Fernseher ihre Auszeit nehmen. Sorglos schlafen und Kraft tanken für den nächsten Tag. Das soll sich ändern. Mehrere Technologiekonzerne zeigten auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin Produkte zur Überwachung des Schlafes.

Samsung geht mit Sleep Sense (Bild oben) an den Start, ein drahtloses flaches Gerät, das unter die Bettmatratze gepackt werden soll. Verbunden mit dem Smartphone zeichnet Sleep Sense Herzschlag, Atem und Bewegungen auf, um Schlafrhythmen zu erkennen. "Morgens werden die Daten analysiert, und man erhält einen kleinen Überblick", sagte der Samsung-Chef für digitale Produkte, Yoon C. Lee. Zudem könne der Sleep Sense mit anderen Geräten wie der Klimaanlage, Beleuchtung, den Jalousien oder dem Fernseher vernetzt werden. Die Südkoreaner haben sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2020 alle ihre Geräte miteinander kommunizieren können.

>>>Nachlesen: IFA 2015: Smart Home vor Durchbruch

Panasonic zeigt ähnliche Prototypen für die Überwachung der Körperdaten während der Bettruhe. Mit einer Auswertung am Morgen danach begnügen sich die Japaner nicht. Noch während der Nacht passt deren Technik etwa Luftfeuchtigkeit oder Temperatur in der Schlafstube an. Sie verfolgt auch den Schlafrythmus des Kunden und weckt ihn just dann sanft, wenn er in einer Leichtschlafphase schlummert. Mit einer weitergehenden Vernetzung könnte etwa auch gleich die Kaffeemaschine anspringen.

Die Anbieter haben allerdings nicht nur ausdefinierte Leistungsträger als Käufer im Blick, sondern wittern auch die wirtschaftlichen Chancen alternder Gesellschaften. "Wir entwickeln auch Produkte, die es älteren Menschen ermöglichen, länger zu Hause zu leben", sagt Panasonic-Europachef Laurent Abadie. "Die Vernetzung des digitalen Zuhauses mit Medizin- und Notfalldiensten wird auch ein Teil der Zukunft sein."

>>>Nachlesen: Gruselig: Live Micro- Chips implantiert

Das sogenannte Internet der Dinge - also die Vernetzung von Computern, Tablets, Smartphones, Fernsehern, aber auch Kühlschränken, Waschmaschinen, Klimaanlagen und schließlich auch dem deutschen Fetischprodukt Auto - gilt in der Branche als riesiges Wachstumsfeld. Marktforschern zufolge wird sich der Umsatz mit vernetzter Haustechnik von 36 Milliarden Dollar weltweit im kommenden Jahr bis 2020 auf knapp 60 Milliarden Dollar fast verdoppeln.

Bitkom-Experte Timm Lutter sagt: "Das Interesse der Verbraucher steigt. Wir gehen davon aus, dass bis 2020 in Deutschland eine Million Haushalte per Smartphone Geräte steuern oder automatisierte Abläufe nutzen." Damit dürfte sich Deutschland in der Welt aber eher hinten anstellen. Die Marktbeobachter von IHS prognostizieren, dass sich bis 2019 in jedem Haushalt mindestens fünf interaktive Gerätschaften befinden - in den USA sogar zehn.

Apple setzt ebenfalls auf den Trend: Für mehr als drei Milliarden Dollar kauften die Amerikaner, die bei der IFA auch in diesem Jahr nicht dabei sind, 2014 den kleinen Haustechnikpionier Nest. Seither basteln sie an einer eigenen Plattform für ein vernetztes Zuhause.

>>>Nachlesen: IFA 2015: Die coolsten Neuheiten

Messerundgang auf der IFA 2015

Smartwatches, Fitness-Tracker und Datenbrillen zählen zu den Trends der heurigen Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin (4. bis 9. September).

Sony zeigt mit dem Xperia Z5 Premium das erste 4K-Smartphone.

Huawei sagt mit dem Mate S nun sogar dem iPhone 6 Plus und dem Galaxy S6 Edge+ den Kampf an. Auch bei den Preisen (ab 649 Euro) nähert man sich den Platzhirschen an.

Auf der IFA standen seit Jahren vor allem immer größere Flachbild-Fernseher im Mittelpunkt - in diesem Jahr drängen kleine Computer-Uhren ins Rampenlicht auf der Elektronik-Messe.

Der Fokus liegt oft auf Design, Möglichkeiten zur individuellen Anpassung und Hobby-Sportlern als Zielgruppe.

Auch Intel will Sport-Enthusiasten anlocken. Die Software des Basis Peak genannten Fitness-Trackers funktioniert sowohl mit Android-Handys als auch mit Apples iPhones.

Die Lenovo-Tochter Motorola greift auf breiter Front an. Die zweite Generation der Uhr Moto 360 gibt es in zwei Größen. Auch Sony hat nun eine runde Smartwatch (Bild) präsentiert.

Erste Computer-Uhren kamen bereits vor einigen Jahren auf den Markt. Zu den Pionieren unter den Herstellern zählt unter anderem Samsung.

Ultraflache Notebooks mit dem neuen Microsoft-Betriebssystem Windows 10 wecken ebenfalls das Interesse. Überhaupt dann,...

...wenn sie so flexibel wie dieses Hybridmodell von Acer sind.

Daten- und VR-Brillen wie hier Sonys Project Morpheus sind ebenfalls vor dem Sprung in den Massenmarkt.

Gleiches gilt für die immer günstiger und besser werdenden 3D-Drucker.

Das Internet der Dinge wird nach Einschätzung der Marktbeobachter massive Veränderungen bei den Unternehmen in der Unterhaltungselektronik nach sich ziehen.

Zentrale Treiber der Vernetzung seien Smartphones und Tablets, so die Branchenbeobachter.

Auf der IFA sind in diesem Jahr zahlreiche Lösungen für das vernetzte Heim zu sehen.

Das reicht von Audiosystemen, die über das Netz mit dem Smartphone gesteuert werden, über Waschmaschinen, die dem Handy Bescheid geben, wenn...

...das Waschprogramm beendet ist, bis hin zu intelligenten Steuersystemen per Smartphone für das Backrohor oder die gesamte Heizungsanlage.

Dieser Kühlschrank verfügt über eine Kamera sowie ein WIFI-Modul und schlägt am Smartphone Alarm, wenn die Tür offen steht, oder ein Produkt in Kürze abläuft.

Auch die Standardküchengeräte werden immer intelligenter und können vernetzt werden.

Die IFA in Berlin zählt zu den größten und wichtigsten Elektronikmessen der Welt. In diesem Jahr findet sie für Besucher vom 4. bis zum 9. September statt.

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