Nach dem Wirbel um die Musical-Eröffnung beim Opernball schießt Bogdan Roščić nun live im ORF gegen Mucha & Co.
Es war einer der großen Aufreger im Vorfeld des 68. Wiener Opernballs: Dass Opern-Direktor Bogdan Roščić bei der Eröffnung Songs aus dem Broadway-Musical "West Side Story" spielen lässt, stieß einigen Kritikern sauer auf.
Verleger Christian Mucha ritt gar eine Frontal-Attacke gegen Roščić : Er würde Wesen und Würde des Opernballs schleichend unterminieren. „Es gibt nur eine einzige Operette, die man in der Staatsoper hören will. Und das ist ,Die Fledermaus‘ von Johann Strauss.“ Die Wiener Staatsoper sei „der Hort der Oper und des Balletts“ – und der Ball heiße schließlich nicht Volksopernball, sondern Opernball.
Frontal-Attacke gegen Mucha
Das ließ der Opern-Direktor nicht auf sich sitzen. Im ORF schoss er am Donnerstagabend bei seinem Interview auf der Feststiege frontal gegen Mucha und seine Kritiker zurück: "Es gibt sonst auch Menschen, bei denen man die Straßenseite wechselt. Es gibt den schönen Wiener Ausdruck: 'Ich kenne ihn vom Wegschauen.' Also manchmal muss man sich plötzlich in einen Gang ducken. Da ich die Oper doch sehr gut kenne, besser als die meisten Gäste, habe ich darin eine gewisse Geschicklichkeit entwickelt."
"Verstehen nix von Oper"
Provokanter Nachsatz in Richtung jener, die die Eröffnung kritisiert haben: Die Kritik komme vor allem von jenen, "die nix von Oper verstehen und auch nie in sie hineingehen."