Jeder Zweite würzt viel zu viel

Herzgesundheit

Jeder Zweite würzt viel zu viel

"Salzjunkie zu sein, ist nicht gesund - Salzverweigerer aber auch nicht" brachte es Reinhard Kainz, Geschäftsführer der Bundesinnung des Lebensmittelgewerbes am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien auf den Punkt. Gemeinsam mit Gesundheitsminister Alois Stöger (S) präsentierten die Bäcker eine Zwischenbilanz zur Salzreduktion in Brot und Gebäck. 30 Tonnen wurden in zwei Jahren schrittweise eingespart.

Zu viel Salz
"Das Körberl, bitte" sollte es in Österreich grundsätzlich öfters heißen. Der Konsum des Grundnahrungsmittels geht zurück. Laut Ernährungsbericht 2012 werden allerdings zu wenige komplexe Kohlehydrate konsumiert, erläuterte der Minister. Aus derselben Quelle stammen auch die Zahlen für den heimischen Salzkonsum: In allen Altersgruppen wird zu viel gewürzt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihre Empfehlungen diesbezüglich vor kurzem weiter reduziert: auf weniger als fünf Gramm Speisesalz.

Gesundheitsgefahr
Jeder zweite Österreicher nimmt allerdings derzeit doppelt so viel zu sich - eine Gesundheitsgefahr, vor allem für Blutdruck bzw. Herz Kreislauferkrankungen, wie Kardiologe Günter Steurer darlegte. Ganz auf die eine oder andere Prise zu verzichten, sei allerdings keineswegs vernünftig - auf die Dosis kommt es an. Weicht man von der "normalen" Zufuhr im empfohlenen Rahmen ab, kann dies die Nieren schädigen. Und zwar sowohl bei einer Unter-, als auch einer Überdosierung. Vor allem bei Diabetikern und Patienten mit zu hohem Blutdruck kommt es auf jede Messerspitze an.

Umstellung

Im Alltag ist diese Lebensstil-Änderung nicht immer einfach für den Laien, gestanden die Gesundheitsexperten ein. Viele gehen grundsätzlich davon aus, dass der Geschmack leiden würde. "Ich bin der festen Überzeugung, dass ein gutes Brot nicht viel Salz bracht" meinte Josef Schrott, Innungsmeister der Wiener Bäcker und einer von 112 teilnehmenden Betrieben. Zwar sei die Umstellung der Rezepte eine Herausforderung - Natriumchlorid hat auch Einfluss auf das Backverhalten - wenn diese sanft und nach und nach erfolge, würden die Kunden diese durchaus akzeptieren. Nicht jeder seiner Kollegen hat die Umstellung nach Außen kommuniziert - unbemerkt wird so immer gesünder gegessen.

Abgewöhnen!
Als erste effiziente Maßnahme legte Branchenvertreter Kainz vor allem den "automatischen Nachsalzern" nahe, sich diese Angewohnheit abzugewöhnen. Stöger sprach von einer "tollen Zwischenbilanz" und wünschte sich, dass andere Branchen dem "Positivbeispiel" der Bäcker folgen. "Sie sind so mutig - Wir brauchen noch mehr Gruppen, die so aktiv sind."

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