Gewinnkaiser BAWAG war an der Börse lange die Nr. 1, doch RBI und Erste Group zogen zuletzt vor. Die Aussichten.
Die BAWAG eilt von Rekord zu Rekord: Übernahmen in Deutschland und in den Niederlanden haben ihr 2025 zu deutlich höheren Einnahmen und mehr Gewinn verholfen. Der Nettozinsertrag stieg um 40 Prozent auf 1,84 Mrd. Euro, der Provisionsüberschuss um 20 Prozent und der Nettogewinn um 13 Prozent auf 859,9 Mio. Euro. Auch die Dividende wird in dieser Größenordnung angehoben. Wie schon von oe24 berichtet will die Bank 2026 den Gewinn nochmals um knapp 12 Prozent auf mehr als 960 Mio. Euro steigern.
Auf hohem Niveau
An der Börse sorgten die neuen Rekorde zuletzt allerdings für Druck auf den Aktienkurs: Die BAWAG-Aktie, die Anfang Februar ein Rekordhoch von 142 Euro erzielt hat, kostete zuletzt nur mehr 135 Euro. Das ist allerdings immer noch um 48 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Verkaufsdruck dürfte auch auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein, seit 1.1.2026 entwickelt sich der BAWAG-Aktienkurs damit aber jedenfalls in Summe seitwärts.
Angriff der Sparkassen
Auch die Aktie des Konkurrenten Erste Group hat in den letzten Wochen mit Abwärtsdruck zu kämpfen: Aktuell kostet sie rund 106 Euro, während das Allzeithoch am 3. Februar bei knapp 112 Euro lag. In Summe sind die Sparkassen-Banker an der Börse aber nun besser unterwegs als ihre Konkurrenten von der einstigen Gewerkschaftsbank BAWAG, jedenfalls auf Sicht der letzten 12 Monate: In diesem Zeitraum hat die Erste-Aktie rund 53 Prozent zugelegt. Ihre starke Marktstellung in Zentral- und Osteuropa verschafft ihr in der internationalen Finanz-Community häufig Aufmerksamkeit. So hat Barclays die Einstufung Anfang Februar von „Overweight“ auf „Buy“ erhöht. Auch UBS sieht einen Kauf.
Der Sieger trägt grün
Am stärksten ist auf Sicht der letzten 12 Monate aber die Raiffeisen Bank International (RBI)-Aktie unterwegs: Hier liegt das Kursplus bei stolzen 68 Prozent, die Aktie steht bei rund 43 Euro. Analysten stufen die RBI freilich meist mit „neutral“ oder „Equal weight“ ein (zuletzt wieder Deutsche Bank und Barclays), weil es aus den früheren Russland-Aktivitäten noch offene Fragen gibt. Dem Kurs hat es jedoch nicht geschadet: Zwar geriet auch die RBI-Aktie im Februar unter leichten Abwärtsdruck, die Aktie liegt aber seit Jahresanfang 2026 (YTD) um fast 9 Prozent im Plus. Zusammen machen die drei Bankriesen derzeit mehr als ein Drittel der gesamten Marktkapitalisierung der Wiener Börse aus – ein deutliches Signal für Banken-Standort Österreich.