Technologie

Wird jetzt alles tokenisiert?

Immobilien, Gold, Kunst, Aktien – was früher schwer handelbar, teuer oder nur für Großanleger zugänglich war, könnte bald digital, teilbar und für viele leistbar werden.  

Vieles soll bald leistbarer werden, auch weil es in kleineren Einheiten gehandelt wird. Möglich macht das ein Begriff, der in der Finanzwelt immer häufiger fällt: Tokenisierung. Doch was steckt dahinter – und steht das Investieren vor einer Revolution?

Bei der Tokenisierung werden reale oder digitale Vermögenswerte in digitale Token auf einer Blockchain umgewandelt. Diese Token bilden den Wert eines Vermögens ab und können sicher, transparent und nahezu in Echtzeit übertragen werden. Möglich wird das durch die Blockchain-Technologie, die jede Transaktion fälschungssicher dokumentiert – ohne zentrale Kontrollinstanz.

Vom Luxusgut zum Kleinstinvestment

Der große Vorteil: Tokenisierung senkt die Einstiegshürden. Eine Immobilie, ein Kunstwerk oder ein Goldbarren muss nicht mehr komplett gekauft werden. Stattdessen können Anleger Bruchteile erwerben – oft schon mit kleinen Beträgen. Damit öffnet sich der Markt für viele Menschen, die bislang außen vor waren.
Besonders bei Immobilien zeigt sich das Potenzial. Wo früher sechsstellige Summen nötig waren, könnten künftig digitale Anteile gehandelt werden. Das erhöht nicht nur die Zugänglichkeit, sondern auch die Liquidität eines traditionell trägen Marktes.

Aktien, Kunst, Sammlerstücke

Tokenisierung ist nicht auf eine Anlageklasse beschränkt. Wertpapiere, Edelmetalle, Währungen, Kunstwerke oder sogar seltene Sammlerstücke wie Oldtimer oder Vintage-Spielzeug lassen sich digital abbilden. Durch sogenannte Smart Contracts werden Rechte, Erträge oder Übertragungen automatisch geregelt: Schnell, effizient und ohne Papierkram.

Ein weiterer Schlüssel sind Stablecoins – digitale Währungen, die an Euro oder Dollar gekoppelt sind. Sie dienen als stabiles Bindeglied zwischen klassischem Geld und tokenisierten Assets und erleichtern den Handel.

Mehr Transparenz, weniger Mittelsmänner

Transaktionen mit tokenisierten Vermögenswerten sind öffentlich nachvollziehbar und dauerhaft gespeichert. Das erhöht die Transparenz und reduziert Betrugsrisiken. Gleichzeitig fallen viele Zwischeninstanzen weg – was Kosten senkt und Prozesse beschleunigt.
Doch es gibt auch Hürden. Rechtliche Fragen sind vielerorts noch nicht abschließend geklärt, vor allem bei Wertpapier-ähnlichen Token. Zudem müssen Blockchain-Systeme weiter skalieren und sicherer werden, um massentauglich zu sein. Mehr Informationen zur Tokenisierung gibt es auch in der Bitpanda-Academy.

Revolution mit Anlaufzeit

Experten sind sich einig: Die Tokenisierung hat das Potenzial, das Investieren grundlegend zu verändern. Ob wirklich „alles“ tokenisiert wird, hängt von Regulierung, Technik und Akzeptanz ab. Klar ist aber: Die Finanzwelt steht am Beginn einer digitalen Umwälzung – und die könnte größer werden, als viele heute noch glauben.

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