Die Stimme eines Engels

Julia Lezhneva

Die Stimme eines Engels

Die junge russische Starsopranistin Julia Lezhneva gastiert im Wiener Konzerthaus.

„Sie singt wie ein Engel“, schrieb die New York Times 2011 anlässlich des US-Debüts der 21-jährigen Sopranistin Julia Lezhneva. Mit glasklaren Trillern, virtuosen Koloraturen und tollen stimmlichen Attacken hat die Tochter zweier Geophysiker auf der Insel Sachalin mit Barockmusik und Mozart Weltkarriere gemacht.

Dass man Alte Musik ohne Vibrato singen muss, hat sie vom Mailänder Originalklangmeister Giovanni Antonini gelernt, mit dem sie Motetten von Händel, Vivaldi, Porpora und Mozart eingespielt hat. „Ohne Vibrato Geige spielen – das geht“, sagt sie. „Aber ohne Vibrato singen? Das geht auch! Antonini und sein Giardino Armonico sind ein Traum.“

Domingo. Ihren Durchbruch hatte sie 2012 bei den Salzburger Festspielen, wo sie neben dem ob ihrer Sangeskunst berauschten spanischen Tenorissimo Plácido Domingo unter Marc Minkowski die Asteria in Händels Tamerlano sang. „Domingo war für uns alle wie ein Vater, großzügig und freundlich“, erinnert sie sich.

Am Samstag gastiert Julia Lezh­neva im Rahmen der beliebten Reihe Great Voices im Konzerthaus. Unter dem Barockgeiger Dmitry Sinkovsky musiziert sie mit dem Alte-Musik-Ensemble La Voce Strumentale und dem großen Lautenisten Luca Pianca barocke Ra­ritäten von Vivaldi, Porpora, Graun und Riccardo Bros-chi: „Ich bin glücklich, wieder im Konzerthaus zu sein, wo ich zuletzt das Mozart-Requiem unter Currentzis gesungen habe. Wir musizieren virtuose barocke Stücke, Lamentogesänge, geistliche und pastorale Musik mit der ganzen Skala großer Gefühle.“

E. Hirschmann-Altzinger