frisches gemüse

Mangelernährung bei Veganismus

Kritische Nährstoffe bei veganer Ernährung –
Der Check

Im Jahr 2019 ernährten sich in Österreich rund 8% der Bevölkerung vegetarisch oder vegan. Davon sind etwa 80.000 Veganer*innen. Viele konnten jedoch vom Veganismus noch nicht überzeugt werden. 

Ein Argument gegen eine pflanzliche Ernährung, mit dem immer noch viele Veganer*innen konfrontiert werden, ist der vermeintliche Mangel an unterschiedlichen Nährstoffen wie Eiweiß und Vitamin B12.  

Das Hauptargument: Vitamin B12

Wenn man sich einmal mit einer pflanzlichen Ernährungsweise befasst, wird man sehr schnell auf den heiß diskutierten Nährstoff Vitamin B12 stoßen. Vitamin B12 ist im menschlichen Körper ein wichtiger Bestandteil für die Zellteilung, Blutbildung und Nervenfunktion. Fakt ist, dass nur tierische Lebensmittel jenes Vitamin B12 enthalten, welches Menschen aufnehmen und nutzen können. Aber auch Tiere nehmen B12 über unterschiedliche Wege auf, wobei bei manchen Tieren, wie bei Schweinen und Geflügel, Vitamin B12 den Futtermitteln beigesetzt wird. Daher argumentieren viele Veganer*innen, dass sie das Vitamin B12 nicht über tierische Lebensmittel, sondern direkt über Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen können.

© GettyImages
Frau nimmt Nahrungsergänzungsmittel
× Frau nimmt Nahrungsergänzungsmittel

 

Leiden alle Veganer*innen unter Eisenmangel?

Eisen ist für den Menschen ein lebensnotwendiger Nährstoff, der im Körper unter anderem für den Sauerstofftransport und die Blutbildung verantwortlich ist. Eisenmangel ist eine stark verbreitete Mangelerkrankung, die nicht nur bei veganer Ernährung auftreten kann, sondern bei jeder Ernährungsweise. Vor allem Frauen zwischen der Pubertät und den Wechseljahren sind stark davon betroffen. Eisen kann sehr leicht über pflanzliche Lebensmittel wie Linsen, Sesamsamen oder andere Kerne und Nüsse aufgenommen werden.

Das Omega-3-Dilemma

Omega-3-Fettsäuren spiele eine wichtige Rolle im Organismus. Es gibt 2 verschiedene Arten von Omega-3-Fettsäuren: die kurz- und langkettigen. Die wichtigste kurzkettige Fettsäure kann ganz einfach über pflanzliche Lebensmittel, wie Walnüssen, Leinsaat oder Hanfsaat und die entsprechenden Öle wie Leinöl, Walnussöl oder auch Rapsöl aufgenommen werden. Die wichtigsten langkettigen Fettsäuren kann der Körper fast nur über tierische Lebensmittel aufnehmen, jedoch kann er aus den kurzkettigen die beiden langkettigen selbst herstellen. Bei der Umwandlung kann es manchmal zu Komplikationen kommen, aber nicht nur bei Veganer*innen, sondern bei jeder anderen Ernährungsweise auch.

Zink auch in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten

Zink ist ein Spurenelement, das für viele Prozesse im Körper eine wichtige Rolle spielt und nicht vom Körper selbst gebildet werden kann. Zink steckt in vielen tierischen Lebensmitteln, wie in Fisch, Käse und vor allem in Fleisch von Rind, Schwein und Geflügel. In pflanzlichen Lebensmitteln ist häufig weniger Zink enthalten, weshalb Veganer*innen gut darauf achten sollten, genügend zinkhaltige Lebensmittel zu sich zunehmen. Zu den pflanzlichen Produkte, die eine hohe Menge an Zink enthalten, zählen besonders Mohn, Kürbiskerne, Haferflocken und andere Kerne und Nüsse.  

Abschließend ist zu sagen, dass Veganer*innen definitiv darauf achten sollten, alle wichtigen Nährstoffe zu erhalten, jedoch sollte das bei einer ausgewogenen Ernährung kein Problem sein. Der einzige Nährstoff, den Veganer*innen nur durch Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen können, ist das Vitamin B12. Wie bereits erwähnt, wird B12 auch in das Futtermittel vieler Tiere beigesetzt und so kann dieser Weg erspart bleiben, wenn man B12 direkt durch Nahrungsergänzungsmittel aufnimmt.